April Moon 2: Hexenflucht

In letzter Sekunde gelingt April und Matyas die Flucht vor der eiskalten Mörderin, die so viele Junghexen auf dem Gewissen hat. Doch Matyas’ TeleportationsfĂ€higkeit schlĂ€gt fehl, sodass sich jeder von ihnen an einem anderen Ort wiederfindet. WĂ€hrend die beiden mit ihrer jeweiligen Situation klarkommen mĂŒssen, findet Aprils neue Freundin Helena heraus, welch finsteres Geheimnis sich tatsĂ€chlich hinter dem PAGAN-GrĂŒnder verbirgt und dass ihre Freunde in höchster Lebensgefahr schweben. Aber ob sie es alleine schaffen kann, PAGAN aufzuhalten? *** Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzĂ€hlt (April, Matyas und Helena). ***

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Aufrufe 135 | Genre Fantasy | Sprache | Altersempfehlung 12+ | Website zum Buch Link

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Taschenbuch

( 978-1530981311 )


Mein Herz hĂ€mmerte wild gegen meine Brust. Adrenalin schoss durch meinen Körper. Nachdem mich die verrĂŒckte Krankenschwester Frau von Nöten telekinetisch hatte zu Boden sacken lassen, presste sie ihre HĂ€nde links und rechts an meine SchlĂ€fen. ZwangslĂ€ufig musste ich ihr in die Augen schauen. Hass und Abscheu blitzten in ihnen auf. Sie war eine eiskalte Killerin! Gleich wĂŒrde ich ihr nĂ€chstes Opfer werden. Mit eigenen Augen hatte ich die Grube toter Junghexen gesehen, die sie ermordet hatte. Sabine, eine jugendliche Hexe, die das Talent der Eismagie besessen hatte, war ihr letztes Opfer gewesen. Vor wenigen Augenblicken waren Matyas und ich selbst Augenzeugen dieses schrecklichen Mordes geworden, bevor uns die Krankenschwester in unserem sicher geglaubten Versteck entdeckt und von jetzt auf gleich zu sich teleportiert hatte. Mir leuchtete nicht ein, wie sie das gemacht hatte, da sie uns nicht einmal berĂŒhrt hatte. Offensichtlich war dies nur mĂ€chtigen „Springern“ möglich.
Die verrĂŒckte Krankenschwester wĂŒrde mich sicherlich gleich zu der gefesselten Junghexe Tiffany zerren und sie dazu auffordern, das an mir zu vollziehen, was sie zuvor schon Sabine magisch angetan hatte. Sie wĂŒrde sie zwingen, mir meine primĂ€re HexenfĂ€higkeit, das Heilen, in Form einer Hexenrune aus meinem Körper zu ziehen, damit Frau von Nöten sich diese selbst einverleiben und somit beherrschen konnte. Lange war ich der Meinung gewesen, nur das Talent der Heilung zu besitzen, doch kĂŒrzlich hatte ich auch noch meine telepathischen FĂ€higkeiten entdeckt. Ich wusste, dass ich unweigerlich sterben wĂŒrde, wenn mir meine HexenfĂ€higkeiten genommen wĂŒrden, denn dasselbe war bei Sabine passiert. Die psychisch gestörte Krankenschwester hatte ihren Leichnam anschließend wie MĂŒll entsorgt. Es war einfach grauenhaft und unmenschlich!
„Hast du noch irgendetwas auf dem Herzen, bevor du das Schicksal deiner Mithexen teilst?“ Sie verzog ihre schwarz geschminkten Lippen zu einem hĂ€mischen Grinsen.
Ich spuckte ihr ins Gesicht. Volltreffer! Der Speichel troff von ihrer schmalen Nase herunter. Ihrem unglĂ€ubigen Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie damit ĂŒberhaupt nicht gerechnet.
„Du Rotzgöre, was fĂ€llt dir ein?!“, keifte sie mich an und wischte die Spucke mit ihrem KittelĂ€rmel weg. „Glaub mir, es wĂŒrde mir außerordentlich großes VergnĂŒgen bereiten, deinen Kopf wie eine Pampelmuse zu zerquetschen. Aber dann wĂ€re die schöne, mĂ€chtige Hexenrune vergeudet.“
„Lassen Sie April in Ruhe!“, hörte ich plötzlich Matyas im Hintergrund schreien. Seine Stimme erzeugte ein unheimliches Echo in der Höhle. Sehen konnte ich ihn aber nicht, da die Hexe meinen Kopf fest im Griff hatte.
„Bring dich in Sicherheit, teleportiere dich weg!“, schrie ich laut.
„Ohne dich werde ich hier nicht verschwinden.“
Im nĂ€chsten Moment nahm ich aus dem Augenwinkel heraus eine Bewegung wahr. Offensichtlich lief er gerade auf mich zu, damit er mich berĂŒhren und mitnehmen konnte. Ich bewunderte seinen Heldenmut, in dieser gefĂ€hrlichen Situation so zu reagieren. Plötzlich ließ Frau von Nöten meinen Kopf los und streckte ihre beiden HĂ€nde in Richtung Matyas aus. Da ich nun meinen Kopf wieder bewegen konnte, sah ich geschockt, wie die Krankenschwester Magie gegen Matyas anwandte. Von jetzt auf gleich materialisierte sich ein silbrig schimmerndes Energienetz, das ihn komplett umfing. Er stĂŒrzte zu Boden.
„Meinst du, dass ich so einfĂ€ltig bin?!“ Die Krankenschwester lachte höhnisch auf.
Matyas versuchte verzweifelt, sich aus dem Netz zu befreien. Doch es musste eine sehr starke Magie sein, sodass es ihm nicht gelang. Dann verschwand er plötzlich, um kurz darauf wieder zu erscheinen. Dies wiederholte sich einige Male. Er sah aus wie ein instabiles Hologramm. Das magische Netz blockierte seine TeleportationsfÀhigkeit.
Frau von Nöten drehte sich wieder zu mir herum.
„Was haben Sie vor?!“, fragte ich entsetzt. Mich beschlich ein ungutes GefĂŒhl.
Sie antwortete mit einem hĂ€mischen Grinsen. Dann streckte sie unvermittelt ihre HĂ€nde in Richtung meiner Beine aus. Bevor ich ĂŒberhaupt wusste, wie mir geschah, hatte sie schon gehext. Wie aus dem Nichts wurden meine Beine bis zu den Knien von Eis umhĂŒllt. Die KĂ€lte war unertrĂ€glich. Ich zitterte wie Espenlaub.
„Nur zur Sicherheit“, hörte ich sie gehĂ€ssig sagen, „damit du mir nicht weglĂ€ufst. Außerdem möchte ich, dass du das Spektakel genießt, das sich dir in KĂŒrze darbieten wird. Dein Freund wird nĂ€mlich der Erste sein, der daran glauben muss. Ich habe keine Verwendung mehr fĂŒr ihn. Es ist nun Zeit, ihm die von PAGAN geschenkte Kraft wieder zu entziehen. Genieß den Augenblick, Kleines!“, lachte sie.
„Nein!“, schrie ich laut auf, wĂ€hrend die Krankenschwester mit schnellen Schritten zu Matyas ging. Ich wollte aufstehen, um ihm zu helfen, doch es blieb bei dem Versuch, da meine Beine im Eis gefangen waren.

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