Das Gift des Oleanders

Das schöne Leben am Lago Maggiore mit seinem traumhaften Panorama und seiner imponierenden mediterranen Pflanzenwelt bildet den Hintergrund dieser Familiengeschichte. Laura, die erfolgreiche italienische GeschÀftsfrau hatte ihr Leben und ihre Liebhaber bisher kontrolliert im Griff - bis zu dem Tag, an dem sie erfÀhrt, dass deutsche Freunde aus vergangenen Tagen nicht mehr am Leben sind. Die Vergangenheit holt sie ein und lÀsst ihr keine Ruhe mehr. Ihr bisher so ruhiges, luxuriöses Leben gerÀt dadurch etwas aus den Fugen...

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 154 | Genre Krimi | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 15+ | Website zum Buch Link

Taschenbuch

( 978-1535198493 )

Leseprobe
Das Gift des Oleander
Kapitel 1

„Was fĂŒr ein stressiger Tag heute“, stöhnte Susanne ins Telefon und lehnte sich weit in ihrem BĂŒrostuhl zurĂŒck, dessen Lehne gefĂ€hrlich Ă€chzende GerĂ€usche von sich gab und sie sogleich daran erinnert, dass sie unbedingt beim Chef einen neuen Stuhl beantragen sollte. Überhaupt mĂŒsste das BĂŒro mal wieder etwas ĂŒberholt werden, dachte sie mĂŒde und abgespannt und ein kurzer Blick in den gegenĂŒberliegenden Spiegel signalisierte ihr, dass das Gleiche wohl heute auch fĂŒr auf sie zutraf.
„Ich brauch’ unbedingt Tapetenwechsel“, stöhnte sie ins Telefon und rieb sich dabei sanft ihre SchlĂ€fen.
„Ich freu’ mich auf einen gemĂŒtlichen Abend mit dir Bella, wir könnten uns ja vom ThailĂ€nder etwas kommen lassen, oder was meinst du?“
Am anderen Ende der Leitung war freudige Zustimmung zu hören.
Susanne dreht sich um und schaute lÀchelnd auf das liebevoll eingepackte Geschenk auf ihrem Aktenschrank.
„Ich bringe dann auch noch ein gutes Tröpfchen mit. Mein Chef hat gestern was springen lassen. Wir machen es uns dann wieder mal so richtige gemĂŒtlich – eben so ein richtig fauler MĂ€dchenabend.“ Dabei schnurrte sie genĂŒsslich ins Telefon und legte schon mal ihre Akten ordentlich ĂŒbereinander.
„Ich komme wie immer so gegen 19 Uhr am Bahnhof an. Also, tschĂŒss Bella, bis spĂ€ter!“

Susanne legt nachdenklich den Hörer auf und schaute, trotz des schönen Wetters, nachdenklich aus dem Fenster. Sie ĂŒberlegte, wie sie der Freundin heute Abend schonend beibringen konnte, dass ihr sogenannter „ZukĂŒnftiger“ schwul ist. Das wird sie umhauen, dachte sie besorgt und packte schon mal gedankenverloren ihre Utensilien zusammen, da sie gleich Feierabend machen wollte. Sie schaute noch kurz bei ihrem Chef, einem wohlbeleibten und stets freundlichen Werbeberater, ins Zimmer.
„Ich gehÂŽ heute mal eine halbe Stunde frĂŒher, Chef. Ich treffe mich mit Bella. Da genießen wir gleich mal den guten Tropfen, das Sie mir gestern geschenkt haben.“
Dabei schwenkte sie eine Rotweinflasche, an der ein bunter AnhÀnger mit Schleife hing.
„Die Unterlagen fĂŒr Merkel + Co. habe ich bereits fertig. Wir können morgen prĂ€sentieren.“
„Ist in Ordnung, Susanne, einen schönen Abend wĂŒnsche ich“, gab Max Milde zur Antwort und schaute wohlwollend lĂ€chelnd ĂŒber seinen Brillenrand.
Er mochte diese aufgeweckte, hĂŒbsche Person, die mit ihrer Meinung nie hinter dem Berg hielt und immer eine kreative und zuverlĂ€ssige Mitarbeiterin war.

Susanne besorgte sich noch schnell am gegenĂŒberliegenden Kiosk einige Magazine, die sie auch aus beruflichen GrĂŒnden regelmĂ€ĂŸig durchsah. Sie war Kontakterin bei der Max Milde Werbeagentur GmbH und musste, was Konsumwerbung anbelangte, stets up to date sein. Konkurrenzbeobachtung gehörte einfach zu ihrem GeschĂ€ft und nicht alle Verlage versorgten sie unaufgefordert und regelmĂ€ĂŸig mit Ansichtsexemplaren.
Zu ihrer Wohnung hatte sie es nicht weit. Mit viel GlĂŒck und der notwendigen ZĂ€higkeit war es ihr gelungen, ganz in der NĂ€he der Agentur eine hĂŒbsche Altbauwohnung mit Balkon zu ergattern, die zwar reichlich teuer, aber ideal geschnitten war. Was sie an Miete mehr als ĂŒblich bezahlte, sparte sie an Benzinkosten wieder ein.
Auf ein Auto hatte sie inzwischen ganz verzichtet, da es hier im Frankfurter Westend ohnehin keine ParkplĂ€tze gab und sie sich fast ausschließlich nur in Frankfurt aufhielt. Außerdem konnte sie auch schon mal, wenn nötig, ein Firmenfahrzeug bekommen. Ihr Chef war da wirklich sehr großzĂŒgig.

Beschwingt betrat sie ihre hĂŒbsch eingerichtete Wohnung, legte ihre Tasche und die Magazine auf den Tisch und warf auf den Weg zur Dusche ein KleidungsstĂŒck nach dem anderen auf den Fußboden. Sie wollte sich erst einmal frisch machen und ihren neuen, teuren Hosenanzug anziehen, den sie sich vorgestern in der Fressgasse gekauft hatte. Er sah einfach umwerfend aus und betonte ihre schlanke Figur ganz besonders. Danach beabsichtigte sie, mit der S-Bahn zu Bella in den Taunus fahren, die sie dort wie ĂŒblich am Bahnhof abholen wollte.


Kapitel 2

„Diese verdammten Motorradfahrer“, schimpfte Laura laut vor sich hin. Auf der nahen Uferstraße brausten gerade wieder einmal mehrere dieser Höllenmaschinen mit tosendem LĂ€rm vorbei. Ausgerechnet in der NĂ€he ihrer Villa war die ansonsten sehr kurvenreiche Strecke begradigt, so dass hier die meisten Motorradfreaks besonders stark den Gashahn aufdrehten. Zahlreiche Kreuze und hinterlegte BlumenstrĂ€uße von trauernden Hinterbliebenen zeigten an, dass so mancher Raser auf dieser nicht ungefĂ€hrlichen Straße sein Leben lassen musste. Die schrillen Sirenen der Ambulanz waren leider mehr als genug zu hören und die GefĂ€hrlichkeit dieser malerischen, aber kurvenreichen Straße wurde nur allzu oft unterschĂ€tzt.

Taschenbuch

( 978-1535198493 )