Das Kreischen der Möwen

Als der ambitionierte Psychologe Chris Lange an einem schwülheißen Sommermorgen in der psychiatrischen Abteilung des UKE Hamburg-Eppendorf seinen Dienst antritt, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben rasant ändern wird. In der Nacht zuvor wurde die unter Mordverdacht stehende und suizidgefährdete Susanne Andersen eingeliefert. Immer wieder beteuert die junge und äußerst attraktive Frau, dass sie unschuldig sei. Je mehr Chris es schafft, ihr Vertrauen zu gewinnen, desto größer werden seine Zweifel, ob Susanne tatsächlich den Mord begangen hat. Überzeugt von ihrer Unschuld, setzt er alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen, doch das Ergebnis ist zerstörend. Nicht nur Chris muss die Wahrheit teuer bezahlen.

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Aufrufe 152 | Genre Thriller | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 0+ | Website zum Buch Link

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Schwer, klebrig und bedrohlich fühlt es sich an, gleichwohl der Drang gewaltig ist, diese Schwere abzuschütteln. Immer wieder gleitet Susannes Bewusstsein in dieses schwarze Loch, das nach ihr greift und sie hinunterzieht. Mühsam wehrt sie sich dagegen und öffnet zaghaft ihre Augen. Der Raum ist in schummriges Licht getaucht, farblos und ohne Konturen. Ihr Mund ist ausgetrocknet. Ein schaler Geschmack klebt auf ihrer Zunge. Immer wieder fallen ihre Lider zu, ihre Erinnerung ist ein einziges Vakuum. Wo ist sie? Was ist geschehen? Wieder droht sie hinabzugleiten in dieses Loch der Finsternis. Sie kämpft dagegen an, aber es fällt ihr so unsagbar schwer.
»Ganz ruhig, Frau Andersen.« Die Stimme ist sanft, beruhigend ... und sie ist männlich. Susanne will ihre Augen öffnen, sie möchte das Gesicht des Mannes sehen, der ihren Namen ausspricht.
»Frau Andersen? Können Sie mich verstehen? Ich bin Doktor Christian Lange.« Nur für Sekunden blinzeln ihre Augen zu der sanften Stimme. Der Versuch, sich aufzurichten, gelingt ihr nicht. Eine gewaltige Woge Panik durchströmt ihre Sinne, als sie die Riemen an ihren Hand- und Fußgelenken bemerkt. Kopflos zerrt sie an den Lederbändern. Der Schrei, der aus ihrer Kehle dringt, klingt heiser.
»Ganz ruhig, Frau Andersen, alles ist gut. Ich werde jetzt die Riemen lösen, damit Sie sich bewegen können. Es ist alles in Ordnung. Sie sind in Sicherheit, niemand wird Ihnen etwas tun. Haben Sie mich verstanden?« Susanne nickt ihm flüchtig zu. Chris wendet sich zu Veronika um, die an der verschlossenen Tür lehnt. »Wie viel haben Sie ihr gegeben?«
»Die vorgeschriebene Menge, wie Doktor Schiller angeordnet hat.«
Angestrengt verfolgt Susanne die kurze Unterhaltung. Dann kommt langsam die Erinnerung wieder, und sie ist beklemmend. Eine Welle der Furcht droht sie zu überrollen.

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