Die Macht der Clans - LiebesTod

Die Macht der Clans Teil II Der Kampf gegen die Clans geht weiter. Bei dem Versuch, einen ihrer Freunde vor der Hinrichtung zu retten, ger├Ąt Larissa in die Gefangenschaft von Lord Batiste. Der Clanf├╝hrer will die Herrschaft ├╝ber ganz Terra an sich rei├čen und schreckt vor keiner Grausamkeit zur├╝ck. Um ihre Freunde zu sch├╝tzen, gibt es nur einen Weg: Larissa muss denjenigen verraten, den sie liebt ÔÇŽ Teil II setzt die spannende Geschichte des ersten Teils nahtlos fort und h├Ąlt nicht nur f├╝r die Leserinnen und Leser ├ťberraschungen bereit ...

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 143 | Genre Science Fiction | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+

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Taschenbuch

( 978-1520179490 )

Prolog

12.Januar 328 nach Besiedelung: Mondstation Atlantis 2, Sitz des Gro├čherrschers Alarith Zerros 22:37 Uhr


Die schlanke, in Schwarz gekleidete Gestalt stand bewegungslos in der Mitte des gro├čen Saales. Seine Ausbilder hatten ihn Selbstbeherrschung gelehrt, woran er sich noch immer hielt. So lie├č er sich seine Gef├╝hle nicht anmerken. Es war keine bewusste Entscheidung, sondern ein Verhalten, das im Laufe der Jahre zu einer Gewohnheit geworden war, die er einfach nicht ablegen konnte. Nur ein Muskel unterhalb seines rechten Auges zuckte leicht. Ein kaum merkliches Zeichen des Zorns, der in ihm tobte. Um seine Handgelenke wie auch um seine Fu├čkn├Âchel spannten sich massive metallene Fesseln. Dennoch h├Ątte er es gewagt, den Mann der mit ihm sprach, anzugreifen. Was den Schwarzgekleideten davon abhielt, war nicht das halbe Dutzend Wachen, die in diesem Raum postiert waren. Es war noch keine zwei Wochen her, da h├Ârten sie auf seine Befehle. Nun genossen sie es, ihn in Ketten zu sehen. Belauerten ihn, Stra├čenk├Âtern gleich, die die Schw├Ąchen ihrer Beute witterten, bereit, ihn zu zerfleischen. Sie f├╝rchteten ihn immer noch und das mit Recht. Er zweifelte nicht daran, sie besiegen zu k├Ânnen, wenn auch auf Kosten seines Lebens.
Selbst in der undurchdringlichen Finsternis, die au├čerhalb des blendenden Lichtkreises herrschte, war er in der Lage, genau zu bestimmen, wo sich die Wachen aufhielten. Das leise Rascheln ihrer Kleidung verriet sie. Sie f├╝hlten sich zu sicher, um in der absoluten Bewegungslosigkeit zu verharren, die ihnen antrainiert worden war. Allein das Ger├Ąusch ihres Atems, kaum lauter als ein Hauch, k├Ânnte ihm ausreichen, um sie aufzusp├╝ren und zu eliminieren. Was ihn daran hinderte, war schlichte Neugier.
Alarith Zerros hielt sich nicht umsonst seit Jahrzehnten auf seinem Platz als Gro├čherrscher. Nicht immer schienen seine Handlungen sinnvoll, aber er tat niemals etwas ohne Grund.
Doch auch die Furcht lauerte in dem Gefangenen. Kalt brannte sie in seinem Inneren, paarte sich mit Wut. Es dr├Ąngte ihn, sie herauszuschreien, dem Verlangen nachgegeben, auf etwas einzuschlagen. Vorzugsweise auf das Gesicht des Mannes, der gerade mit ihm sprach.
Er schloss die Augen und zwang sich, gleichm├Ą├čig zu atmen, um seine Beherrschung zu erhalten. Verdammt wollte er sein, lie├če er zu, dass Zerros ihn brach.
Als ihm die Richter die einzelnen Anklagepunkte vorlasen, h├Ątte er beinahe gelacht. Hochverrat? Jahrelang hatte er genau das gef├╝rchtet und nun, wo er sich in Sicherheit glaubte, klagten sie ihn an.
Seine Hinrichtung w├╝rde im Morgengrauen stattfinden und alles zerst├Âren, was er sich ├╝ber Jahre hinweg aufgebaut hatte.
Nicht etwa, weil er gescheitert war, sondern aus der Laune eines greisen Mannes heraus, den nur der pure Trotz davon abhielt, endlich zu sterben, um den Platz auf dem Thron frei zu machen. Auch wenn das nichts ge├Ąndert h├Ątte. Der Gefangene zweifelte daran, dass irgendein Mensch, der seinen Arsch auf den Weltenthron pflanzte, anders war als sein Vorg├Ąnger. Das einfache Volk interessierte die Herrschenden wenig, solange es ihnen selbst gut ging.
┬╗Es ist von dringender Notwendigkeit f├╝r ganz Terra┬ź, wiederholte der Gro├čherrscher und riss den Schwarzgekleideten damit aus seinen Gr├╝beleien.
Die Wachen mochten nachl├Ąssig sein, Zerros war es nicht. Nicht einmal anhand der Stimme konnte der Gefangene erkennen, wo sich der Gro├čherrscher aufhielt. Die Worte hallten, elektronisch verzerrt, durch den Raum, schienen synchron aus verschiedenen Richtungen zu kommen. Zerros war alt, aber er war kein solcher Narr, seinem Gefangenen ohne entsprechenden Schutz gegen├╝berzutreten.
Der Schwarzgekleidete wusste um seinen eigenen Ruf. Er galt im Vergleich zu den anderen Kriegern als schneller, h├Ąrter, r├╝cksichtsloser. Sein Aufstieg in die F├╝hrungsriege war innerhalb k├╝rzester Zeit erfolgt. Viele munkelten, er h├Ątte einen G├Ânner. Jemanden, der ihn die Karriereleiter hinaufschob.
Was f├╝r ein Schwachsinn. Alles was er erreicht hatte, verdankte er seinem eisernen Willen. Niemals verlor er sein Ziel aus den Augen.
Dennoch kam er gerade von seiner eigenen Gerichtsverhandlung, die kaum mehr als eine Farce gewesen war.
┬╗Wichtig f├╝r Terra oder f├╝r Euch und Euren verfluchten Rat?┬ź, antwortete er versp├Ątet auf die Aussage des Gro├čherrschers.
┬╗F├╝r Terra und den Rat. Aber in erster Linie f├╝r das Volk. Der alte Clanf├╝hrer war listig und durchtrieben, w├Ąhrend sein Sohn grausam und skrupellos ist. Sollte er noch m├Ąchtiger werden, k├Ânnte er in der Lage sein, selbst dem Rat gef├Ąhrlich zu werden. Wenn dies geschieht, wird er eine Schreckensherrschaft auf Terra errichten, die du dir nicht einmal vorstellen kannst.┬ź
┬╗Ich kann mir nichts vorstellen, was schlimmer sein k├Ânnte als Ihr und Euer verdammter Rat.┬ź
┬╗Ich verstehe deinen Zorn. Du f├╝hlst dich ungerecht behandelt und damit hast du sogar Recht. Es ist mir nicht leicht gefallen, deine Verhaftung zu veranlassen, aber ich musste tun, was getan werden musste.┬ź

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( 978-1520179490 )