Eindringlinge

Als fremde Wesen den Planeten Djaril erreichen, stehen die dort lebenden Mahl’Gun vor ihrer größten Herausforderung: Ihre Existenz darf nicht ans Licht kommen. Yuka und seine Meute werden losgeschickt, die Fremden zu beobachten. Was als Routinemission beginnt, wird bald zu einer lebensbedrohlichen Jagd. Aber die Gefahr durch die Fremdlinge muss beseitigt werden. Koste es, was es wolle.

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 155 | Genre Science Fiction | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 12+ | Website zum Buch Link

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Taschenbuch

( 978-1537522869 )

Ich berührte das Implantat an meinem Kopf, um die Funkverbindung zu beenden. Wir hatten die Gruppe der Fremdlinge erreicht. Meine Meute sah mich erwartungsvoll an. Schweigend ging ich die Befehle, die ich eben bekommen hatte, noch einmal durch.
»Und?« Banyora wippte auf und ab. Sie war schon immer ungeduldig gewesen. Stets voller Tatendrang und immer motiviert bis in die Haarspitzen. Diesmal aber war sie besonders aufgeregt. Ich konnte nicht sagen, dass ich es nicht war, aber Banyora war selbst für ihre Verhältnisse außergewöhnlich hibbelig. Nioka, Karuah und ich warfen uns einen kurzen wissenden Blick zu. Heute war wirklich ein besonderer Tag. Die Fremdlinge hatten Djaril vor zwei Tagen erreicht. Ihr Schiff kreiste im Orbit und heute Morgen waren sie mit einem kleinen Beiboot gelandet. Meine Meute hatte den Befehl bekommen, die Fremden abzufangen und zu beobachten.
Wir waren Teil einer großen Spezialeinheit, deren Aufgabe es war, bei außerplanetaren Besuchen die Lage auszukundschaften und eine mögliche Gefahr abzuschätzen. Dies war unser erster Feldeinsatz. Für diesen Tag waren wir all die Jahre trainiert worden. Seit 150 Jahren hatte es niemanden von außerhalb auf unseren Planeten verschlagen. Nicht mehr nach dem großen Krieg. Und das war auch gut so. Wir liebten unsere Einsamkeit und wollten keinen außerplanetaren Kontakt. Damals hatte uns unsere Gastfreundschaft an den Rand der Vernichtung gebracht. Nun war es an der Zeit, die seit damals erarbeiteten Strategien in der Praxis zu testen.
Banyora steckte mich mit ihrer Aufregung an. Es war unsere Bewährungsprobe. Wir waren die beste Meute der Einheit. Allerdings nur bei Übungen. Zugegeben, die Übungen waren sehr gut und bildeten mögliche Ernstfälle akkurat nach, aber der wirkliche Ernstfall erzeugte doch Anspannung. Jetzt mussten wir zeigen, dass wir wirklich die Besten waren und es verdienten, an der Spitze der Rangliste zu stehen.
»Wir sollen die Fremdlinge vorerst einkreisen und beobachten. Auffälligkeiten oder sogar eine mögliche Gefahr meldet ihr mir sofort.«
»Ja, Yuka!«, antworteten die drei im Chor.
»Offene Funkverbindung untereinander«, sagte ich und tippte erneut gegen mein Kommunikationsimplantat. Meine drei Jäger taten es mir gleich und ich hörte drei kurze Knackgeräusche. »Jeder soll zu jeder Zeit jeden hören. Wie in den Übungen. Denkt an unsere Ausbildung. Wir sind die beste Meute und bestens vorbereitet. Kein Grund nervös zu sein. Los geht’s!«
Beinahe gleichzeitig griffen wir uns alle an den linken Oberarm. Wir würden gleich aus dem Schutz des die Stadt umgebenden Tarnfeldes hinaustreten, und dann verbarg uns nur noch die kleine mobile Einheit, die jeder von uns am Arm trug.
Karuah entfernte sich als Erster und wurde nach ein paar Metern unsichtbar. Nioka und Banyora taten es ihm gleich. Über Funk meldeten die drei das Erreichen ihrer jeweiligen Position. Ich begab mich als letzter in Stellung.
Erst jetzt hatte ich Gelegenheit, einen genauen Blick auf die Fremdlinge zu werfen. Sie sahen merkwürdig aus. Ihre Körper waren mit einer Art Fell bedeckt. Es war blau und braun gefleckt und fügte sich sehr gut in die Umgebung ein. Wenn sie sich nicht bewegt hätten, wäre es schwer gewesen, sie zu entdecken.
Sie hatten Arme und Hände, so wie wir. Beine hatten sie auch. Das Außergewöhnliche allerdings war, dass sie aufrecht auf den zwei Beinen gingen. So etwas hatte ich noch nicht gesehen.
Wir blieben im Rechteck um die Fremdlinge verteilt und bewegten uns zusammen mit ihnen weiter. Aus den Bäumen hatte man einen hervorragenden Überblick. Einer der Fremdlinge hatte eine Fernsteuerung in den Händen, mit der er ein Fahrzeug steuerte. Auf dem Fahrzeug lagen diverse Kisten, gesichert mit Gurten. Darüber lag ein Netz, welches auch Flecken in braun und blau aufwies. Die Fremdlinge waren um das Fahrzeug herum verteilt. Insgesamt waren es fünf. Zwei etwas davor, zwei direkt daneben, und einer bildete den Abschluss. Sie bewegten sich langsam durch den Wald, als wären sie auf der Suche nach etwas. Immer wieder drehten sie sich um die eigene Achse, um sich umzuschauen. Das Fahrzeug kam zwischen den Bäumen und Büschen nur schwer voran. Drei der Fremdlinge trugen Waffen. Jedenfalls vermutete ich das. Die Geräte, die sie an Gurten über der Schulter in den Händen hielten, sahen ähnlich aus wie die Waffen, die die Cammarianer damals im großen Krieg getragen hatten. Ich kannte sie aus dem Museum.
Ich stellte mein Kommunikationsimplantat so ein, dass ich die Fremdlinge hören konnte. Sie schienen sich zu unterhalten. Ich verstand allerdings kein einziges Wort. Ihre Sprache war nicht mit unserer oder der, der Cammarianer zu vergleichen.

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