Erellgorh - Geheime Wege

Willkommen zurück in der Welt von Erellgorh „Unter die Erde, Geschmeiß!“ Die Stimme des Kreh gellte wie ein Orkan durch seinen Kopf. „Und hoffe darauf, dass ich euch vergesse, wenn ich die Elben und alle ihre Helfer auslösche!“ Dunkle Zeiten für die Völker Jukahbajahns: Grausame Schatten jagen nach den magischen Bruchstücken und Gellwicks ziehen mordend und plündernd durch die Länder. Als Atharu, Selana und Pitu sich begegnen, überschlagen sich die Ereignisse. In der Elbenstadt Erellgorh glauben sie endlich, das Ausmaß der Bedrohung zu verstehen. Doch sie ahnen nicht, wie hoch der Preis wirklich ist, den sie zahlen müssen. Und nicht nur die Elben sind für eine Überraschung gut. „Eine spannende Fortsetzung mit wunderbaren Figuren und der richtigen Prise Humor!“

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 245 | Genre Fantasy | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 15+ | Website zum Buch Link

Taschenbuch

( 978-3946937012 )

Kindle Edition

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Atharu
„Au!“ Unter Brandans Hemd bewegte sich etwas, und er strich behutsam darüber. „Ruhig, Jiga.“ Das Frettchen schien mit dem Versteck nicht einverstanden zu sein. Doch Magister Lieburus hatte davor gewarnt, dass Tier mit in das Gesundhaus zu nehmen.
„Hier! Halte dir das Reisebündel vor den Bauch. Dann fällt es vielleicht nicht auf.“ Atharu reichte ihm die Tasche.
„Ich sage einfach, dass es meine Gedärme sind. Sicher werden wir dann sofort zum obersten Heiler vorgelassen.“ Brandan zwinkerte ihm zu.
Die zweiflügelige Tür des Gesundhauses stand offen. Atharu und Brandan traten in eine geräumige Diele. An einem Tisch saß eine Frau in hellen Leinen, mit weißem Kopftuch. Vor ihr lag ein aufgeschlagenes Buch, doch sie blickte ihnen bereits entgegen. Eine Falte zwischen den Brauen neigte sie den Kopf abschätzig zur Seite.
„Vöglein bekommt ihr auf dem Markt. Und für Würmer haben wir hier keine Verwendung!“
Atharu schoss das Blut in den Kopf. Die Schwester hatte die Verabschiedung von Fergast und Herbor mit angehört. Die Soldaten aus Gelder hatten Atharu, Brandan und Magister Lieburus nach Tyklahr gebracht. Die zweideutigen Scherze bei ihrer Verabschiedung zielten unter die Gürtellinie. Nichts für weibliche Ohren. Zumal mit Vöglein Frauen gemeint waren. Und der Wurm eines Soldaten …
„Es – äh – tut uns Leid wenn wir, nun ja …“ Himmel, wann war ihm das letzte Mal etwas so unangenehm.
„Dies ist ein Gesundhaus. Wir helfen Menschen, die krank sind. Mir scheint, für euer Leiden, braucht es eher ein Freudenhaus. Was wollt ihr also?“ Die Stimme der Schwester hallte schrill durch die Diele. Atharu fühlte sich überrollt. Bei Atharpazh, hatte die Haare auf den Zähnen.
„Gute Frau,…“, begann Brandan. „… wir haben doch nur…“
„Ich bin vielleicht eine gute Frau, aber ich bezweifel, dass ihr das beurteilen könnt. Ich werde hier mit Schwester angesprochen. Das sollte zu schaffen sein, oder?“
Um der Seelen willen, was passierte hier? Atharu fasste sich an die Stirn. Sie waren durch die halbe Welt gereist. Hatten Kerker, Gellwicks und schlimmste Verletzungen überstanden. Sie hatten mit dem König der Geldermark an einem Tisch gesessen und waren in Begleitung seines Hofmagisters nach Tyklahr gereist. Nur um am Ende vor dieser herrischen Frau einzuknicken? Er atmete tief durch. „Schwester, wir haben einen langen Weg hinter uns und würden gern mit Magister Eldarh sprechen. Könnt ihr uns sagen, wo wir ihn finden?“ Zu seiner eigenen Verwunderung schaffte Atharu es, ruhig und freundlich zu bleiben.
„Der Magister ist ein vielbeschäftigter Mann. Die Menschen kommen von weit her. Eben erst musste ich ihn schon stören. Zwei Frauen, auch nicht von hier.“ Ihr Ton wechselte von angriffslustig nach abfällig. „Diese jungen Dinger wirkten ebenso wenig krank wie ihr. Ich denke nicht, dass unser Magister schon wieder Zeit für sowas hat. Kommt besser morgen wieder!“
„Morgen?“ Brandan schaute Atharu ungläubig an. „Hat sie morgen gesagt?“

Pitu
Während Pitu durch die Straßen von Tyklahr streifte, um den Magister zu finden, kam ihm der Gedanke, dass das wohl keine so gute Idee war. Warum nur war er so überstürzt losgelaufen? Anstatt sich in den schönen Garten zu setzen und sich bei einer Pfeife die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, irrte er durch die Wege und Gassen von Tyklahr. Dabei war er früher schon mal hier gewesen. Aber was half das, wenn er sich nicht an die Häuser und Straßen erinnerte. Nun gut, er war fast noch ein Kind gewesen. Nein, ermahnte er sich, er war ein Kind gewesen. Ah, an das grüne Haus mit den gelben Fensterläden glaubte er sich tatsächlich zu erinnern. Genauso wie an das Braune von vorhin, das mit den grauen Fensterläden. Aber ihm fehlten die Zusammenhänge, um sich wirklich zurechtzufinden. Er hatte keinen blassen Schimmer, wie er den Magister finden sollte. Trotzdem lief er weiter. Und Eldarh finden, war auch nur die halbe Wahrheit. Pitu seufzte. Wenn er ehrlich war, und es sprach ja nichts dagegen, mal ehrlich zu sich selbst zu sein, war die Suche nach dem Magister nur noch ein Vorwand. Natürlich wollte er nach ihm suchen. Je eher Eldarh wieder im Gesundhaus war, umso besser. Aber mehr noch trieb Pitu die Neugier. Warum hatten so viele Menschen derart scheußliche Verletzungen erlitten? ...

Taschenbuch

( 978-3946937012 )

Kindle Edition

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