Flammender Abgrund

In ihrem geerbten Haus in Arizona sucht die junge Deutsche Jessica Abstand von ihren Problemen. Als sie sich in den charismatischen, aber undurchsichtigen Vagabunden David verliebt, h├Ąngt ihr Himmel voller Geigen. Doch ein alter Brief ihrer Mutter zerst├Ârt ihr Liebesgl├╝ck und stellt ihre Welt komplett auf den Kopf. Bei der Suche nach der Wahrheit befindet sie sich unvermittelt in einer gef├Ąhrlichen Auseinandersetzung, bei der ihre eigenen Familienmitglieder in vorderster Front stehen. Und dann ist da auch noch Davids Geheimnis und die Sache mit ihrem Vater ÔÇŽ

Schlagworte zum Buch: Abenteuer,Familiengeheimnis,USA,Wirtschaftsspionage,Freundschaft,Gefahr

Aufrufe 25 | Genre Liebesroman | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 0+ | Website zum Buch Link

Kindle Edition

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Als David in der folgenden Nacht neben mir im Bett aufschreckte und das Licht anknipste, blinzelte ich verwirrt. ┬╗Was ist los?┬ź, fragte ich schl├Ąfrig. Ein Blick auf den Wecker verriet mir, dass es zwei Uhr nachts war.
┬╗Ich wei├č nicht.┬ź Davids K├Ârper war gespannt, in voller Alarmbereitschaft. Er hatte die Augenbrauen finster zusammengezogen, w├Ąhrend er lauschte. ┬╗Hast du Ratten im Keller?┬ź
┬╗Nat├╝rlich nicht┬ź, entr├╝stete ich mich.
┬╗Dann ist es vielleicht eine menschliche Ratte.┬ź Er schlug die Decke zur├╝ck.
┬╗Ein Einbrecher?┬ź Erschrocken hielt ich den Atem an.
┬╗M├Âglich. Ich gehe mal nachsehen.┬ź Er nahm eine Taschenlampe und wandte sich zur T├╝r.
┬╗David?┬ź
┬╗Was ist denn noch?┬ź
┬╗Vielleicht solltest du dir was anziehen.┬ź Trotz der gespannten Stimmung konnte ich ein Kichern nicht unterdr├╝cken. ┬╗Wir wollen ja nicht, dass sich der arme Einbrecher zu Tode erschreckt.┬ź
David grummelte vor sich hin, w├Ąhrend er hastig in seine Jeans schl├╝pfte und sich ein T-Shirt ├╝ber den Kopf zog, ohne sich darum zu k├╝mmern, dass er es verkehrt herum trug.
Ich machte Anstalten, ihm zu folgen, doch er bedeutete mir, im Bett zu bleiben. Atemlos lauschte ich auf jedes kleine Ger├Ąusch. Meine Nerven waren zum Zerrei├čen angespannt. Aber nur mein Wecker unterbrach mit leisem Ticken die bedrohliche Stille. Ich wagte gar nicht, mir auszumalen, was passieren konnte, wenn wirklich ein Einbrecher im Haus war. In den amerikanischen Krimis im Fernsehen ging eine solche Situation selten gut aus. Vor allem nicht f├╝r die Bewohner des Hauses. Ich hatte Angst um David. Doch sein Auftreten war weder nerv├Âs noch ver├Ąngstigt gewesen. Er schien zu wissen, was er zu tun hatte und darauf vertraute ich. Langsam entspannte ich mich, als ein Schrei wie ein Peitschenknall durchs Haus schallte, gefolgt von einem lauten Poltern. Erschrocken sprang ich aus dem Bett, griff nach meinem Morgenmantel und st├╝rmte die Treppe hinunter. Eine gro├če Gestalt fl├╝chtete gerade durch die Haust├╝r. David lag am Boden. Ich st├╝rzte auf ihn zu. ┬╗David! Ist dir etwas passiert?┬ź
┬╗Nein.┬ź Mein Freund richtete sich auf. ┬╗Er hat mir einen Stuhl entgegengeschleudert, sonst h├Ątte ich ihn gekriegt. Verdammter Lump.┬ź David fluchte zornig, aber ich zitterte vor Angst am ganzen K├Ârper.
┬╗Was kann er nur gewollt haben?┬ź Meine Stimme war nur ein raues Fl├╝stern.
┬╗Ein paar Wertgegenst├Ąnde stehlen, vermute ich.┬ź David nahm mich in die Arme. ┬╗Beruhige dich, Jessie. Er ist weg.┬ź
┬╗Hast du ihn gesehen? Ich meine, wei├čt du, wie er aussah? Vielleicht sollten wir es der Polizei melden.┬ź
┬╗Ich habe ihn sogar genau gesehen.┬ź David ber├╝hrte st├Âhnend einen Punkt an seinem Kinn. ┬╗Und gesp├╝rt auch.┬ź
┬╗Du Armer.┬ź Der Schrecken lie├č mich fr├Âsteln. Was w├Ąre passiert, wenn David in dieser Nacht nicht bei mir gewesen w├Ąre? Ich wollte gar nicht dar├╝ber nachdenken. ┬╗Beschreibe ihn mir┬ź, forderte ich ihn auf. ┬╗Ich schreibe gleich alles auf, was dir einf├Ąllt.┬ź
┬╗Brauchst du nicht. Gib mir das Blatt. Ich zeichne dir ein sch├Ânes Bild von ihm.┬ź
┬╗Du kannst zeichnen?┬ź Mein Staunen lie├č das Entsetzen ein wenig verebben.
┬╗Ich habe viele Talente. G├Ąrtnern, Kochen, Steckdosen setzen, Einbrechen und auch ein bisschen Malen.┬ź David l├Ąchelte mich an, w├Ąhrend er ein Gesicht skizzierte. ┬╗Deshalb f├Ąllt es mir so schwer, mich f├╝r etwas zu entscheiden. K├Ânntest du mir ein Glas Wasser holen?┬ź
┬╗Klar, mache ich.┬ź Ich schenkte ein gro├čes Glas Mineralwasser ein und stellte es ihm auf den Tisch. Er reichte mir im Gegenzug das Papier. ┬╗Hier, das ist unser Freund. Nicht genau, aber ich glaube, dass es f├╝r eine Fahndung reichen k├Ânnte.┬ź
Ich nahm das Blatt und starrte es fassungslos an. David konnte wirklich zeichnen. Das Bild, das ich vor mir hatte, wirkte sehr lebendig. Doch das war nicht der Grund, warum sich meine Beine pl├Âtzlich anf├╝hlten wie Gummi. Langsam lie├č ich mich auf einen Stuhl sinken.
┬╗Was ist los, Jessica?┬ź, fragte David zwischen zwei gro├čen Schlucken. ┬╗Du bist auf einmal wieder so blass.┬ź
┬╗Wir brauchen keine Fahndung┬ź, erkl├Ąrte ich ihm. ┬╗Und auch keine Polizei.┬ź Aufseufzend legte ich das Portr├Ąt auf den Tisch. ┬╗Das ist mein Bruder Marc.┬ź

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