Flocke und Schnurri: Verhextes Halloween

Endlich haben die Zauberkatzen die böse Hexe Morbia besiegt und es herrscht eine ausgelassene Stimmung im Zauberkatzendorf Luna. Als unverhofft die gute Hexe Gwendolyn im Dorf auftaucht, ahnt niemand, dass sie in Wahrheit Morbia ist, die sich wieder einen hinterlistigen Plan ausgedacht hat, um den mĂ€chtigen Mondkristall in ihren Besitz zu bringen. Wird es ihr diesmal gelingen? Eine wahre Hexenjagd beginnt 
 Dies ist das zweite Abenteuer von „Flocke und Schnurri“.

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Aufrufe 106 | Genre Kinderbuch | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 6+ | Website zum Buch Link

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Aufrecht und stolz lief Schnurri durch das Zauberkatzendorf Luna. Sein geflickter blauer Zauberumhang, von goldenen Monden und Sternen ĂŒbersĂ€t, wehte leicht im Herbstwind. Auf dem Kopf trug er seinen spitzen Zauberhut, der ihm etwas zu groß war, sodass er ihm manchmal ĂŒber die Augen rutschte. Er musste ihn hĂ€ufig wieder nach oben schieben, um ĂŒberhaupt etwas sehen zu können. Aber das Ă€rgerte ihn nicht im Geringsten, denn er war wirklich sehr stolz auf seine magische TrophĂ€e. Den Zauberhut hatte er sich ehrenvoll verdient, als er vor fĂŒnf Wochen die böse Hexe Morbia ĂŒberlistet hatte. Doch ohne die tierische UnterstĂŒtzung durch seinen Freund Flocke und die eifrigen KochmĂ€use hĂ€tte er seinen Plan niemals in die Tat umsetzen können.
WĂ€hrend Schnurri fröhlich die Einkaufsstraße entlangtapste, genoss er die dankbaren Blicke, die ihm die Vierbeiner zuwarfen, denen er begegnete. Viele von den Zauberkatzen liefen ebenfalls auf ihren Hinterbeinen, um ihm nachzueifern, denn durch seine Heldentat war er fĂŒr sie zum Vorbild geworden. Sich auf zwei Beinen fortzubewegen, gefiel Schnurri sehr und er wollte es keine Sekunde mehr missen.
Links und rechts sĂ€umten prĂ€chtige BĂ€ume die Straße. Auf einigen von ihnen waren BaumhĂ€user gebaut worden, die miteinander durch HolzbrĂŒcken verbunden waren, sodass sich die Zauberkatzen gegenseitig besuchen konnten. Von manchen Veranden hingen lange, verknotete Seile, an denen die Dorfbewohner ihr akrobatisches Geschick beweisen konnten, und an dem ein oder anderen Ast war eine Schaukel befestigt, die sehr gerne von den jungen, flauschigen Katzen genutzt wurde.
Schnurri blieb vor einer FeinbĂ€ckerei stehen, die den vielversprechenden Namen „Zum Schneckenhörnchen“ trug. Er tat so, als wĂŒrde er das Schaufenster betrachten, das mit einigen leckeren Sahnetorten und Schokoladenkuchen liebevoll dekoriert war. In Wahrheit aber blickte er zur Verkaufstheke hinĂŒber, um sich zu vergewissern, dass Mona wieder ihrer Mutter aushalf. Mona stand kurz vor ihrer ersten schriftlichen ZauberprĂŒfung. Nachdem Schnurri ein vollwertiger Zauberkater geworden war, hatte sie ihn um Hilfe beim Lernen fĂŒr die PrĂŒfung gebeten. Und schon beim ersten Anblick hatte Schnurri sich in sie verliebt. Er freute sich sehr, dass sie auch heute in der Konditorei arbeitete. Doch bevor er den Laden betreten und sie begrĂŒĂŸen wollte, hatte er noch etwas Wichtiges zu erledigen. Er ging zur Straßenmitte und bog dann nach rechts in einen kleinen Weg ein, der zu einem wunderschönen Park an einem See fĂŒhrte. In dem großen GewĂ€sser schwammen viele verschiedene Fische. Jedem Einwohner des Dorfes war es gestattet, sich nach Belieben Fische herauszuangeln und sich damit den Katzenbauch vollzuschlagen. Das ging ganz leicht. Die hungrige Zauberkatze musste nur an einer Stelle am Rand des Sees mit ihren Pfoten plĂ€tschernde Bewegungen machen und es dauerte nicht lange, bis die ersten Fische neugierig heranschwammen. Am beliebtesten waren die Lachse, denn sie schmeckten den Katzen einfach besonders gut.
Als Schnurri auf den See zuging, begrĂŒĂŸten ihn einige KĂ€tzchen, die auf der saftig grĂŒnen Wiese herumtollten. Da stolperte eines von ihnen ĂŒber seinen eigenen Schwanz, fiel hin und begann zu weinen. Schnurri eilte sofort zu ihm, um ihm aufzuhelfen. Seine Spielkameraden hatten zwar mitbekommen, dass ihr tollpatschiger Freund gestĂŒrzt war, aber sie spielten trotzdem ohne ihn weiter. Wenn sie nicht so weit weg gewesen wĂ€ren, hĂ€tte Schnurri ihnen gehörig die Meinung gesagt, denn Freunde sollten normalerweise in allen Situationen fĂŒreinander da sein.
„Hast du dich verletzt?“, fragte Schnurri besorgt und half dem gestĂŒrzten KĂ€tzchen auf die Pfoten.
Das Katzenkind hörte schlagartig auf zu weinen und wischte sich die TrĂ€nen aus den Augenwinkeln. Mit großen Kulleraugen blickte es den Zauberkater an. „Nein, ich habe mich nicht verletzt“, sagte das KĂ€tzchen schniefend. „Ich habe mich nur erschrocken, als ich ĂŒber meinen Schwanz gestolpert bin. Leider passiert mir das andauernd. Ich habe langsam das GefĂŒhl, dass mein Schwanz mich Ă€rgern will. Danke, dass du mir geholfen hast!“
Schnurri schmunzelte. „Mach dir nichts draus. Als ich so ein kleines WollknĂ€uel war wie du, ging es mir genauso. Mit der Zeit wirst du lernen, wie du ihn unter Kontrolle bringen kannst.“
Das Katzenkind lĂ€chelte. „Das werde ich bestimmt lernen“, sagte es. „Darf ich dich was fragen?“
Der Zauberkater nickte freundlich.
„Ist es wirklich wahr, dass du unser Dorf vor der Hexe gerettet hast? Meine Mama hat mir nĂ€mlich davon erzĂ€hlt.“
„Ja, das stimmt“, erwiderte Schnurri. Er ging aber nicht nĂ€her darauf ein, weil er nicht gerne mit seinen Taten prahlte. FĂŒr ihn war das Ganze eher eine Wiedergutmachung, da es ja seine Schuld gewesen war, dass die Schutzkuppel um das Dorf zusammengebrochen war und die Hexe sich den Mondkristall ĂŒberhaupt unter den Nagel hatte reißen können.

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