Gefangen in einem Schwur

Überglücklich fiebert Marie mit ihren Freundinnen Marleen und Ruth der Abi-Party entgegen. Doch die Party entwickelt sich für die drei zu einem Desaster und das Leben der jungen Frauen wird brutal auf den Kopf gestellt. Durch einen Schwur soll verhindert werden, dass das Geschehene ans Licht kommt. Nach acht Jahren treffen die drei wieder aufeinander und Marie wird sich bewusst, dass sie den damaligen Schwur brechen muss. Oder sie zerbricht an ihm. Es beginnt für Marie ein Kampf gegen sich selbst und gegen ihre damaligen Freundinnen, denn diese haben ihre ganz eigene Vorstellung von Wahrheit.

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Aufrufe 135 | Genre Drama | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 0+ | Website zum Buch Link

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Ruth füllt die Gläser aufs Neue und mit Freude stellt sie fest, dass Marie es gleich wieder zur Hälfte leert. „Köstlich, findest du nicht auch, Marie? Du musst unbedingt die Auberginen probieren. Mmh, lecker. Sag mal, wie kommt es nach all der Zeit, ich meine, du hast dich acht Jahre nicht gemeldet …“
„Ihr auch nicht und es stimmt nicht, ich habe euch immer an euren Geburtstagen und zu Weihnachten geschrieben, aber ihr habt nie geantwortet. Irgendwann habe ich mir gedacht, es ist euch egal. Es ist euch egal, was mit mir ist. Es ist euch egal, ob ich noch lebe oder nicht, Hauptsache, euch geht es gut.“ Marie leert ihr Glas in einem Zug und stochert in ihrem Essen herum. Marleen versucht, die Wogen zu glätten. „Nein, das stimmt so nicht. Es ist nur so, du warst in München und wir in Hamburg und manchmal verliert man sich eben aus den Augen bei der Entfernung.“
Marie merkt, wie sich ihr Magen zusammenkrampft, und sie ringt mit sich, doch noch bevor sie es zu Ende gedacht hat, ist es auch schon heraus: „Denkt ihr manchmal zurück an unsere Abi-Party?“ Marie füllt ihr Glas randvoll und trinkt hemmungslos. „Ich denke oft daran, besonders an deinen sauberen Freund Ralf, der die Finger nicht still halten konnte, und der mich vergewaltigt hat.“
Ruths Stimme klingt wie das Zischen einer Schlange. „Hör auf, Marie, ich warne dich. Das haben wir doch schon vor acht Jahren durchgekaut.“

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