Glück fürs Glücklichsein

Ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit begegnet Raik seiner Jugendliebe Fabienne wieder. Schnell wird klar, dass sie beide noch immer Gefühle füreinander hegen. Doch was ist es, was die zwei so stark verbindet und warum herrschte fast 20 Jahre Stille zwischen ihnen?

Schlagworte zum Buch: Liebe,Verlust,Hoffnung,Schicksal,Gefühle,Herzschmerz

Aufrufe 136 | Genre Liebesroman | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+

Taschenbuch

( 978-3738605167 )

Kindle Edition

( 978-3738605167 )

Prolog


Gab es je einen perfekteren Tag als den heutigen?
Das fragte sich die schöne Trish, während sie zum Traualtar schritt.
Ihr bodenlanges weißes Kleid wischte über den Boden entlang und ihre lange Schleppe sammelte die letzten Blütenblätter ein, welche die Blumenmädchen erst vor wenigen Sekunden geworfen hatten. Die Perlen und Strasssteinchen an ihrem Brautkleid funkelten wie tausende kleine Sterne am Nachthimmel und wurden nur von dem bezaubernden Lächeln der Braut überstrahlt.
All der ganze Stress der letzten Tage und Stunden rückte in den Hintergrund. Nun zählte nur noch das Hier und Jetzt.
Selbstzufrieden suchte Trish die Besucherreihen ab. Einen kurzen Augenblick gefror das Lächeln in ihrem Gesicht ein. Da war sie also! Ein kaltes Funkeln blitzte in Trishs Augen auf.
Erhobenen Hauptes setzte Trish ihren Weg fort, ohne dass jemand ihre wahren Gedanken erahnen konnte.
Ein Raunen hallte durch den Saal, als Trish den Mittelgang der Kapelle entlangschritt. Genau so hatte sich Trish IHREN großen Tag vorgestellt. Zufrieden blieb sie neben ihrem zukünftigen Mann stehen und blinzelte die Tränen weg, die sich einen Weg ins Freie zu bahnen drohten. Ganz sicher würde sie, die zukünftige Frau Fernandes, jetzt nicht weinen und somit ihr gesamtes Make-up ruinieren.
Trish straffte die Schultern und konzentrierte sich dann auf die Worte des Priesters. Nach dem Ja-Wort folgte ein langer leidenschaftlicher Kuss. Als sich ihre Lippen wieder trennten, blickte Trish ihrem frisch vermählten Ehemann Raik tief in die Augen und flüsterte dann in einem Ton, der nichts Gutes verheißen ließ, dass sie eine Überraschung für ihn habe.
Raik durchfuhr ein seltsames Gefühl. Er kannte Trish nun schon seit einigen Jahren und wusste auch von ihrem Temperament. Trish war ein Engel, aber wehe etwas ging gegen ihren Strich. Ihr Handeln und die Folgen waren dann meist fatal.
So ruhig wie möglich blieb Raik neben Trish stehen und nahm die Gratulationen der Gäste entgegen. Küsschen hier und Küsschen da. Festes Händedrücken von den Männern und liebevolle Umarmungen von den Frauen.
Und dann erblickte er sie. Unter tausenden Menschen hätte er sie immer erkannt. Aber wie war das möglich?
Fabienne stand vor Raik und blickte ihm liebevoll in die Augen. Sie lächelte.
„Gut schaust du aus“, flüsterte sie. Dann drehte sie sich um, gratulierte der Braut und verschwand wieder in der Gästemenge.
In Raiks Ohren rauschte es. Hatte er sich das eben eingebildet? Er blickte seine Frau an und konnte die gehässige Kälte in ihren Augen sehen. Das war also ihre angekündigte Überraschung.
„Ich versteh nicht! Was wird hier gespielt?“
Trish schaute Raik lange an und genoss jeden Augenblick, bevor sie antwortete: „Tja, vielleicht hättest du mich nicht vor all unseren Freunden bloß stellen sollen! Aber findest du meine Geste nicht nett? Ich erdulde eine Ex von dir auf MEINER Hochzeit.“
„Mein Gott Trish, was soll das? Was ist nur los mit dir? Bist du etwa doch sauer? Es war ein Spiel! Ein harmloses Spiel! Und eigentlich hatte ich gedacht, wir hätten das geklärt.“
„Ach war es das?“
In Trishs Gesicht spiegelten sich Zorn und Verachtung.
„Nein, es war kein harmloses Spiel! Aber ich finde es sehr interessant, dass du sofort weißt, worauf ich hinaus will.“
Mit diesen Worten wendete sich Trish von Raik ab und nahm die nächsten Gratulationen entgegen.
Sie war also immer noch sauer. Aber wie hätte Raik das ahnen können? Die letzten Wochen war Trish doch ganz normal gewesen.
Raik versuchte den besagten Abend noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war vor vier oder fünf Monaten gewesen. Sie hatten sich alle bei Benjamino getroffen. Es war eine gesellige Runde unter Freunden gewesen. Alle hatten getrunken, gelacht und gesungen. Irgendwann war irgendjemand auf die glorreiche Idee gekommen, Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Raik hatte sich für Wahrheit entschieden, bevor er eine Karte gezogen hatte. „Nenne den Namen deiner ersten wahren, großen Liebe.“ Alle hatten ihn angesehen und er hatte aus einem Instinkt heraus „Fabienne“ geantwortet. Dann herrschte Stille. Benjamino versuchte die Situation zu retten, indem er irgendwas Komisches sagte, aber die Stimmung war explosiv geworden. Er hatte einfach nicht nachgedacht beim Antworten. Später hatte er mit Trish geredet, sich sogar bei ihr entschuldigt und sie hatte ihm versichert, dass alles okay sei. Auch die Hochzeit war Trishs Idee gewesen nach besagtem Abend.
Nun stellte sich Raik die Frage, wie er so naiv gewesen sein konnte. Aber eigentlich war doch nichts Schlimmes dabei, dass Fabienne zu seiner Hochzeit gekommen war. Im Gegenteil, wenn er jetzt so darüber nachdachte, hatte er wirklich Freude empfunden, als er sie erblickte. Innerlich hoffte er sogar, im Laufe des Abends mit Fabienne noch reden zu können. Es gab so vieles, was er sie schon seit Jahren fragen wollte. Doch bisher hatte er nicht die Gelegenheit bekommen, das zu tun. Vielleicht war dies seine große Chance!

Taschenbuch

( 978-3738605167 )

Kindle Edition

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