Ohne Warnung

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen von Schmerzen seinen K├Ârper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen ÔÇ×FreundenÔÇť bekommen hatte, war heftig - zu heftig. In den Tagen der Heilung schw├Ârt er sich, nie wieder ein Opfer zu sein ! Nie wieder ein Verlierer! Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine ÔÇ×dunkle SeiteÔÇť in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden? Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom sch├╝chternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgepr├Ągten Sinn f├╝r Gerechtigkeit und einer geh├Ârigen Prise Gesellschaftskritik zu einem B├Âsewicht heranw├Ąchst, den man einfach m├Âgen muss. Er ger├Ąt in einen Strudel von Gewalt, Liebe, Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn....

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Aufrufe 119 | Genre Thriller | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+ | Website zum Buch Link

Kindle Edition

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Kapitel 1

Wei├če Federwolken am Himmel und leises Vogelgezwitscher wirken beruhigend, wenn man im Schatten alter B├Ąume auf einem Moosboden liegt und Zeit hat, das Blau ├╝ber einem zu betrachten. Feuchtwarme Waldger├╝che und der intensive Duft von bl├╝henden Wildblumen lassen einen entspannen. Gerade k├╝ndigt sich die Sonne an, um den neuen Tag zu begr├╝├čen. Doch an einen Genuss der Umgebung war gerade nicht zu denken. Schwei├č├╝berstr├Âmt vor Schmerzen fiel es ihm schwer, die Sch├Ânheit des anbrechenden Sommertages zu genie├čen. In den letzten Stunden verlor er stetig Blut und mit den immer heftiger werdenden Schmerzen konnte er kaum noch klar denken.
Im satten Gr├╝n der Wiesen und Felder kann man barfu├č laufen, um die Kraft der Pflanzen in sich aufzusaugen. Doch jetzt in diesem Augenblick war es umgekehrt. Die Kraft verlie├č ihn tr├Âpfchenweise und die Erde saugte sie auf. Er d├╝ngte mit seinem Blut den Waldboden. Ohne seinen G├╝rtel, den er vor nicht allzu langer Zeit bei einem Stra├čenfest gekauft hatte - ironischerweise mit lebenslanger Garantie - w├Ąre er wohl schon verblutet. Am Oberschenkel hatte er sich das Bein damit abgebunden, um die Blutungen halbwegs zu stoppen. Die versprochene Garantie sollte nicht hier und sicherlich nicht heute enden. Unkontrolliert liefen ihm die Tr├Ąnen ├╝ber sein verschmutztes Gesicht und hinterlie├čen kleine helle Streifen. Teils vor Schmerz, doch mehr vor Wut. Wut, da er sich in solch einer bescheuerten Lage befand, die vollkommen unn├Âtig war.
Gedanken kreisten in seinem Kopf und er merkte nicht, dass sich Fliegen ├╝ber die s├╝├če, rote Abwechslung hermachten, die am Acht-Dollar-Lederdruckverband noch immer hervorquoll. Ohne es bewusst wahrzunehmen, tauchte er langsam ab in Ebenen zwischen Traum und Halluzination. Bilder kamen aus den tiefsten Winkeln seines Gehirns. Hinter seinen geschlossenen Augen erschienen sie wie vor einer Kinoleinwand. Er konnte sich nicht wehren, konnte sich nicht mehr konzentrieren. Eine Situation, die ihm Sorgen bereiten sollte. Hatte er gerade die Eintrittskarte f├╝r die letzte Vorstellung gel├Âst? Lief hier gerade der Abspann? Das kann es nicht gewesen sein. Nicht jetzt, nicht so, nicht hier in diesem Wald. Er war doch erst 16. Mehr und mehr lose Bilder reihten sich im Delirium zu einem Film zusammen. Er reiste einige Jahre zur├╝ck. In sein Bewusstsein schoben sich Erinnerungen an jenen Tag, der sein Leben f├╝r immer ver├Ąndern sollte.

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