Ole Ohnefurcht und der Fluch des Tränenhügels

Als Ole eines Morgens die Zeitung aufschlägt, steht für ihn endgültig fest, auf die Nordburg zurückkehren zu müssen. Gemeinsam mit seinen beiden besten Freunden Nina und Peter stürzt er sich in ein turbulentes Abenteuer, um für unbeschreibliche Ereignisse eine Erklärung zu finden. Doch es tun sich weitere Fragen auf, die mit dem Fluch des Tränenhügels in Verbindung stehen, bei dem Ole eine wichtige Rolle spielen soll ...

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 127 | Genre Kinderbuch | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 8+ | Website zum Buch Link

Taschenbuch

( 9783745036367 )

Kindle Edition

( )


Ole gegen Fritz

Als Ole aus dem Fenster schaute und beo-bachtete, wie sich die saftgrünen Blätter der Bäume auf dem Schulhof wie von Geisterhand bewegten, dachte er verträumt an die letzten Osterferien zurück. In seinen Erinnerungen durchlebte er zum wiederholten Male die Ereig-nisse, die sich auf der Nordburg zugetragen hatten.
Zusammen mit seiner besten Freundin Ni-na und seinem besten Freund Peter war er der Nordburg-Sage auf den Grund gegangen und hatte schließlich das Geheimnis um den Bach der Tränen lösen können, sodass dessen Quelle versiegt war.
Doch nun beschäftigte Ole schon seit heu-te Morgen die Tatsache, dass der Bach unerklärlicherweise wieder Wasser führte. Oma Frida hatte ihn beim Frühstück auf einen Arti-kel im Celler Tageblatt aufmerksam gemacht. Die Überschrift lautete: Bach der Tränen fließt wieder. Es hieß, dass wieder Wasser durch das Flussbett fließen würde, nachdem es etwa drei Monate lang ausgetrocknet gewesen war. Dass sich dahinter eine Laune der Natur verbarg, wie im Zeitungsartikel beschrieben, wollte Ole nicht glauben. Ole war sich sicher, dass etwas anderes hinter den Vorkommnissen steckte, denn er wusste, warum der Bach der Tränen aufgehört hatte zu fließen. Schließlich war er dafür verantwortlich gewesen, indem er den Geist von Liselotte von ihrer Trauer befreit hatte. Er fragte sich nun, ob Liselotte zurück-gekehrt war und erneut trauerte. Denn immer-hin sagte man sich, dass es ihre Tränen waren, die den Bach speisten. Ihre Rückkehr war also eine mögliche Erklärung. Oder hatte alles mit dem Schatz der Nordburg zu tun, von dem Onkel Klaus Nina, Peter und ihm erzählt hatte?
Laut der Nordburg-Sage hatte Heinrich der Gefährliche nach dem Tod seiner Frau Liselotte immer mehr an Macht und Einfluss verloren. Die Herrscher der Nachbarländer waren darauf-hin ein Bündnis eingegangen, um ihn gemein-sam anzugreifen und zu stürzen. Als sie schließ-lich immer näher gerückt waren, hatte Heinrich all sein Gold zur Nordburg bringen lassen, um es dort in den tiefen Höhlen des Tränenhügels zu verstecken.
Kurz darauf, nach nur einem Tag bitterer Kämpfe, war die Nordburg gefallen. Heinrich hatte man weder unter den Toten noch unter den wenigen Gefangenen gefunden. Da er der Einzige gewesen war, der das Versteck seines Schatzes gekannt hatte, musste man sich da-nach auf die Suche begeben, doch blieb dabei bis heute erfolglos. Man geht aber davon aus, dass sich das Gold noch immer auf der Nordburg befindet.
Ole wusste auch schon, wo er mit Nina und Peter anfangen musste zu suchen. Onkel Klaus hatte ihnen nämlich noch erzählt, dass Krähen über den Schatz wachen würden und laut der Sage jedem die Augen auskratzen würden, der sich auf die Suche nach ihm be-gäbe.
Mit diesen Krähen hatten Nina, Ole und Peter schon in den Osterferien Bekanntschaft gemacht. Sie waren von ihnen angegriffen worden, als sie versucht hatten ein Gittertor zu öffnen, das den Zutritt zu Gängen unterhalb der Nordburg versperrte. Diese Gänge mussten nach Oles Auffassung also zu der Höhle füh-ren, in der sich der Schatz befand.
Ole konnte es kaum erwarten, auf die Burg zurückzukehren. Er wollte einerseits unbedingt herausfinden, was es mit dem Bach der Tränen auf sich hatte, und andererseits wollte er sich auf die Suche nach dem Schatz begeben.
‚Ach, können nicht jetzt schon die Sommerferien anfangen?’, dachte Ole, doch er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Peter stieß ihn von der Seite an und machte ihn da-rauf aufmerksam, dass er soeben von Herrn Krause eine Frage gestellt bekommen hatte.
Ole befand sich im Klassenraum der 6b, seiner Klasse, und hatte Mathematikunterricht bei seinem Klassenlehrer.
„Also, Ole, weißt du nun die Antwort oder weißt du sie nicht?“, hakte Herr Krause nach.
Ole saß wie versteinert auf seinem Platz, sah in das erwartungsvolle Gesicht seines Leh-rers und überlegte: ‚Worüber haben die anderen gerade geredet? Und wie lautet überhaupt die Frage? Soll ich einfach irgendeine Antwort geben oder lieber zugeben, dass ich gerade nicht aufgepasst habe? Ehrlich währt am längsten, sagt Oma Frida immer. Aber eigent-lich kann ich mir das auch sparen, denn Herr Krause hat mich bestimmt drangenommen, weil ich nicht aufgepasst habe. Und wenn ich nicht gleich eine Antwort gebe, wird die lange Pause immer peinlicher. Also sag irgendwas.’
Von der Seite flüsterte Peter ihm unent-wegt zu: „Hundert Gramm, hundert Gramm.“
Das musste also die Antwort auf die Frage von Herrn Krause sein, und Ole sagte zögernd, fast fragend: „Einhundert Gramm?“
„Schade, Ole, das ist die falsche Antwort. Passe nächstes Mal besser auf.“
Ole nickte, und Herr Krause wandte sich nun an Peter: „Wenn Du schon vorsagst, Peter, dann bitte richtig, ja?“
Peter lief knallrot an, Mitschüler kicherten.
„Wer kennt die richtige Antwort?“, fragte Herr Krause nun in den Raum, freute sich über die zahlreichen Meldungen und wählte kurz darauf einen Schüler aus. „Fritz.“

Taschenbuch

( 9783745036367 )

Kindle Edition

( )