Rachel, die Vampirhexe: Tochter der Nacht

Rachels Geburtstagsfeier in einer angesagten Disco endet in einem Fiasko: Ihre Freundin prügelt sich, sie bekommen Hausverbot und Rachel will nur noch nach Hause. Doch plötzlich ist eine junge Frau tot und der seltsame Typ aus der Disco scheint in allem mit drinzuhängen … „Rachel, die Vampirhexe: Tochter der Nacht“ ist ein packender Urban-Fantasy-Roman und die spannende Fortsetzung von „Gabriel, der Vampir“.

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Aufrufe 52 | Genre Fantasy | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 0+ | Website zum Buch Link

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Kapitel 1

Mit zitternden Lippen musterte Rachel die Schlange vor dem Pink Star und ihre Feierlaune bekam einen ersten Knacks. Nicht nur halb London, nein, die halbe Welt schien zum Opening der neuen Londoner Nobeldisco gekommen zu sein, obwohl der Laden noch als Geheimtipp hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde. Der kalte Wind hob den Saum ihres zu kurzen Rockes an und blies ihr um die Beine. Sie fröstelte.
„Wer von euch beiden hatte noch einmal diese tolle Idee mit den Miniröcken?“, fragte Rachel mit einem leicht höhnischen Unterton.
„Jetzt mach mal halblang“, sagte Sue, die den Vorschlag eingebracht hatte. Sie strich sich durch ihr langes, glänzendes, blondes Haar, das ihr bis zum Po reichte. „Wir müssen einfach Opfer bringen, um in diesen angesagten Laden hineinzukommen. Oder willst du deinen siebzehnten Geburtstag nicht hier feiern?“
„Doch, schon“, pflichtete ihr Rachel bei. „Du hast ja recht.“ Sie gab sich einen Ruck. „Na los, gehen wir.“
Mit ihren Busenfreundinnen Lena und Sue reihte sie sich in die Schlange ein. Sie waren alle drei ziemlich aufgeregt, da sie einiges in Kauf genommen hatten, um in diesen neuen Klub hineinzukommen. Jede von ihnen hatte den eigenen Eltern erzählt, dass sie bei der anderen einen gemütlichen Fernsehabend verbringen würde. Doch stattdessen hatten sie sich auf den Weg zur Disco gemacht. Die einzige Hürde, die sie nun noch nehmen mussten, war der Türsteher, da sie allesamt noch minderjährig waren. Doch sie hatten einen todsicheren Plan ausgearbeitet, um erwachsener zu wirken und am Einlass ohne Ausweiskontrolle vorbeizukommen. Zu diesem Zweck waren sie ein paar Tage zuvor in einer angesagten Londoner Modeboutique shoppen gewesen, was sie einen Großteil ihres Taschengeldes gekostet hatte. Aber was tat Frau nicht alles, um älter zu wirken.
Bevor sie die Operation Disco an diesem Abend starteten, hatten sie einen McDonald’s aufgesucht und die Toilette annektiert, um sich entsprechend aufzubrezeln. Anschließend waren sie top gestylt auf hohen Pumps zum nahegelegenen Bahnhof gestöckelt, um ihre alten Klamotten in Schließfächern zu verwahren. Nun standen sie zitternd und frierend in der Schlange und Rachel begann sich zu fragen, ob es das alles wert war. Sie fühlte sich in diesen Klamotten sichtlich unwohl und kam sich vor, als wären sämtliche Augenpaare ausschließlich auf sie gerichtet. Mit ihren graublauen Augen, die einen super Kontrast zu ihrem langen, roten Haar darstellten, war sie wirklich eine wahre Augenweide.
„Ich bin das hier einfach nicht“, sagte sie und deutete gestikulierend auf ihr Outfit. Dann erst merkte sie, dass sie den Satz lediglich als Erwiderung auf ihre Gedanken ausgesprochen hatte.
Lena, eine dunkelhäutige Schönheit, die eine voluminöse Afro-Frisur trug, blickte sie überrascht an und seufzte dann. „Hast du es immer noch nicht kapiert? Wir sind minderjährig“, sagte sie leise. „Normal gestylt hätten wir nicht mal den Hauch einer – Hey, was soll das?“ Empört schaute sie zu dem jungen Mann im schwarzen Mantel, der gerade Rachel angerempelt hatte. Dieser drehte sich sofort um und funkelte Lena mit seinen strahlend blauen Augen gefährlich an. Dabei gab er keinen Ton von sich. Bevor er sich wieder nach vorne drehte, trafen sich für einen kurzen Moment sein und Rachels Blick. Dann wendete er sich ab und drängelte sich weiter vor.
„So ein Depp“, sagte Lena brüskiert. „Dem gehören mal ordentlich Manieren beigebracht.“
„Die Kerle sind doch alle gleich“, war Sues Kommentar.
Rachel sagte nichts und starrte dem arroganten Kerl wie gebannt hinterher. Just in dem Moment, als er sie angerempelt hatte, war in ihrem Kopf ein Bild seines Gesichtes aufgeblitzt, mit Augen, die gelb glĂĽhten und denen eines wilden Tieres glichen.
„Rachel? Ist alles okay?“, fragte Sue besorgt.
„Ähm, was? Ja, alles bestens.“
„Guck doch mal, wie die anderen halb nackt rumlaufen“, sprach Lena weiter. „Zum Beispiel die Blauhaarige da vorne, die sieht aus, als würde sie Lady Gaga Konkurrenz machen. Der ist wohl nichts zu peinlich.“
Sie lachte und fuhr dann fort: „Hoffentlich schaffen wir es in den Laden. Ich hab’ ein halbes Jahr für die Klamotten und den Eintritt gespart. Wenn ich jetzt nicht reinkomme, kriege ich wirklich einen hysterischen Anfall. Aber ihr wisst, was wir ausgemacht haben. Kommt nur eine nicht rein, dann gehen wir alle drei nicht rein. Best friends forever.“
Rachel schaute amüsiert drein. Dabei entblößte sie ein paar schön geformte, perlweiße Zähne. Ihre großen Augen funkelten und die Lichter der Straßenlaternen ließen ihre langen, roten Haare schimmern. Sie war von Natur aus eine richtige Schönheit und jetzt, aufgestylt mit Schminke und hippen Klamotten, sah sie tatsächlich noch um einiges älter und umwerfender aus. „Best friends forever“, wiederholte sie leise und lächelte.

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