Schatten auf den Wegen des Lebens

Mord, Untote, Stalking, und Perversion sind die Mittel mit denen Stefan Lamboury den Leser in die tiefsten Abgründe seiner Seele führt. "So schwarz wie der Umschlag ist auch die Stimmung, es geht um Krankheit, Wahn, Tod und Verbrechen." Westmünsterlandzeitung "Stefan Lamboury ist der neue Stern am Literaturhimmel". , Mr Wong Sally ist schwer krank, ihr Mann steht ihr während dieser Zeit bei, doch bald wird er feststellen, dass es noch viel schlimmer um sie steht, als er gedacht hat. Paul und Daniel gehen nachts auf den Friedhof um eine Mutprobe zu absolvieren. Dabei erwecken sie etwas, was besser nie in unsere Welt hätte gelangen dürfen. Ein Mann verbringt ein paar vergnügliche Stunden mit einer Frau und hat für sie eine besondere Überraschung parat. Hanna soll aus dem Gefängnis entlassen werden. Am Tag vor ihrer Entlassung fasst sie einen folgenschweren Entschluss. Karin erhält von einem Unbekannten Briefe mit makaberen Inhalten, schon bald muss sie feststellen, dass es sich um mehr als einen bösen Scherz handelt. Als Andrea mit ihrem Vater allein ist, erwarten sie die schlimmsten Stunden ihres Lebens. Karin wird von einem Unbekannten entführt und muss um ihr Leben bangen. Ein Mann wird von einem Geist heimgesucht, der ihm eine überraschende Botschaft überbringt. Vier Frauen werden von einigen Männern entführt die sich einen Spaß daraus machen sie wie Wild zu jagen. Nach außen hin lebt Carl ein normales etwas spießbürgerliches Leben, doch niemand ahnt, was mit ihm geschieht wenn es Nacht wird.

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Aufrufe 148 | Genre Drama | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+ | Website zum Buch Link

Die Leichenhalle


"Los komm.", trieb Daniel seinen Kumpel an.

"Ich komm ja schon.", sagte Paul während er um die Ecke bog. Hoffentlich war die Leichenhalle nicht abgeschlossen, bis jetzt war Daniel immer nur tagsüber in der Totenhalle gewesen. Viele Kinder in seiner Klasse hatten Angst vor dem Tod und erst Recht davor, mit einer Leiche in einem Raum zu sein. Sie gaben immer damit an, was sie schon alle für Filme gesehen hatten, Tanz der Teufel, Friedhof der Kuscheltiere oder die Nacht der reitenden Leichen, aber keiner von ihnen hatte je eine wirkliche Tote zu Gesicht bekommen. Auf der Schule würde man sie als Helden und harte Kerle verehren, wenn sie damit protzen konnten, mitten in der Nacht in eine Leichenhalle gegangen zu sein. Daniel stellte sein Fahrrad vor dem schmiede eisernen Tor ab und holte eine Taschenlampe aus seiner Jackentasche. Der Lichtkegel konnte die Finsternis kaum durchdringen. Langsam näherte er sich dem Eingang, während Paul ihm folgte. Den Schlüssel zur Leichenhalle hatte Daniel von seinem Vater geklaut, der hier als Friedhofswärter arbeitete.

"Meinst du nicht, dass dein Vater in der Nähe ist? Vielleicht sollten wir besser an einem anderem Tag wiederkommen.", sagte Paul.

"Hast du etwa Angst? Du kannst ja hier draußen warten, dann gehe ich da halt alleine rein.", protzte Daniel.

"Ich doch nicht.", erwiderte Paul, wobei er hoffte, dass sein Freund das kurze Zögern in seiner Stimme nicht gehört hatte.

Für eine Sekunde spielte Paul mit dem Gedanken einfach abzuhauen und nach Hause zu fahren. Die Sache gefiel ihm immer weniger. Die Taschenlampe in seiner Hand zitterte. Der Schrei eines Uhus hallte von den Bäumen, und ließ Paul frösteln. Was war das? War das der Ruf eines Untoten? Es hatte sich nicht irdisch angehört, solche Geräusche machte kein sterbliches Wesen oder?

"H- h- Hast du das auch gehört?", fragte Paul.

"Was, meinst du? Was soll ich gehört haben?"

"D- d- das Rufen."

"Welches Rufen?"

Paul überlegte, ob er Daniel von dem Geräusch erzählen sollte. Entschied sich aber dagegen, wahrscheinlich würde Daniel dann mitbekommen, dass er fast schon panische Angst hatte und das wollte Paul nicht. Er hatte keine Lust, für ein Feigling gehalten zu werden.

"Hast du doch Angst?", fragte Daniel, als ob er Pauls Gedanken gelesen hätte.
"Nein ich habe keine Angst.", behauptete Paul.
"Hast du jawohl, ich habe es doch an deiner Stimme gehört. Paul hat Angst, Paul hat Angst."
Paul ballte die Hände zu Fäusten, wenn sein Freund nicht bald die Schnauze hielt, könnte er morgen nur noch Flüssignahrung zu sich nehmen.
"Halt die Fresse, ich habe keine Angst.", fauchte Paul, wobei er feuerrot anlief.
"Ist doch schon gut entschuldige bitte, das war doch nur Spaß."
Daniel reichte die Paul die Hand. Dieser ergriff sie und der Streit war vergessen. Sie gingen an Gräbern vorbei, die Flammen der Grabkerzen nahmen Paul ein wenig die Furcht. Vor einem kleinen rechteckigem Gebäude blieben sie stehen. Paul schlug das Herz bis zum Halse, sollten sie wirklich da rein gehen? Was war wenn eine der Toten... . Schluss damit sagte sich Paul und atmete tief ein. Die kühle Luft durchströmte seine Lunge, er schloss die Augen. Was konnte denn schon geschehen, die Leute da drin waren tot, und Tote konnten nicht umher wandeln. Sowas ging nur in Filmen. Ohne zu Zögern lief Daniel auf die Leichenhalle zu, sein Herz hüpfte vor Freude. Daniel legte eine Hand auf die Klinke, und steckte den Schlüssel ins Schloss. Der Riegel sprang mit seinem leisen Klicken zurück. Daniel drückte die Klinke nach unten und sah sich nach seinem Freund um. "Kommst du?", fragte er, während er mit aller Kraft an der Tür zog.
"Ich komme ja schon.", sagte Paul. Im Innerem war es stockdunkel.
"Mach doch mal ein bisschen Licht ich sehe ja gar nichts.", maulte Daniel.
"Eine Sekunde."
Paul fuhr mit den Fingern die Wand entlang, hier musste es doch einen Schalter geben oder?
"Wo bleibt das Licht?", drängelte Daniel weiter.