Science Fiction Stories

Ferne Welten, ferne Zeiten. Nichts ist spannender als das Unbekannte, das nicht nur da drau├čen wartet, sondern auch in einer anderen Zeit. Die Zukunft birgt nicht nur L├Âsungen und Antworten, sie fordert ein Umdenken und eine neue Betrachtung unserer Rolle. Sind wir allein? Und warum nicht? Ist der Mensch oder sein Schaffen noch wichtig? Und weshalb sollte es das nicht sein? Seit 2009 ver├Âffentlicht Galax Acheronian seine Zukunftsgedanken in verschiedenen Facetten. Raumschiffe, Aliens, der Spiegel der Gegenwart und all die schmutzigen Dinge der Realit├Ąt. Utopien sind zu einfach, Dystopien ergeben selten Sinn, denn es gibt gen├╝gend Graut├Âne dazwischen. In neun Geschichten zeigt diese Sammlung den Alltag in der Raumfahrt, alternative Realit├Ąten, Abenteuer auf fremden Planeten oder einfach nur Schicksale einer m├Âglichen Zukunft.

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 37 | Genre Science Fiction | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+

Die Sterne blinkten nicht, nicht hier drau├čen, sie waren still und ihr Licht schien kalt wie das Vakuum, das sie umgab. Von einem Planeten aus gesehen ist dies nat├╝rlich vollkommen anders, diese romantische Illusion hat ihre Ursache allerdings nur in der Atmosph├Ąre. Romantik hatte hier keinen Platz, nicht mehr. Dem statischen Leuchten der Sterne gleich, starrten die eisig blauen Augen von Admiral Justus Cooper auf das Navigationsdisplay in der Pilotenkanzel des ger├Ąumigen VIP-Shuttles. Im Passagierbereich, hinter ihm, sa├č sein Flagg Lieutenant James Evans neben dem schlafenden Petty Officer Malcolm Hunt. Beide waren bereits seit Jahren in seinem Stab und z├Ąhlten zu den Gl├╝cklichen, die dies bisher ├╝berlebt hatten.
Ein Umschalten von Rot auf Blau an der Kommunikationskontrolle signalisierte dem Kopiloten, dass sie in die Kommunikationsreichweite ihres Ziels gekommen waren. Mit zwei Tasten ├Âffnete er den vorschriftsm├Ą├čigen Kanal: ┬╗Hier Shuttle A-siebenunddrei├čig-null-vier von Terra Control an T. Z. A. Morgana, erbitten Andockerlaubnis.┬ź Mit Beendigung der Aufzeichnung sendete er zeitgleich die Freigabe seiner Botschaft.
Der Pilot hatte die Morgana bereits seit geraumer Zeit auf einem der vier Gro├čbilddisplays ├╝ber den Steuerkontrollen im Blick, wo sich ein nahezu realit├Ątsgetreues Rendering der ├Ąu├čeren Sensoren und des Lidars abzeichnete. Das Shuttle befand sich noch knapp dreieinhalb Millionen Kilometer entfernt und n├Ąherte sich mit einer Geschwindigkeit von ├╝ber 1900 kps dem Kreuzer der Taifun-Klasse. Cooper unterzog sein neues Schiff, das zwischen den Konstruktionsarmen der kleinen Flottenwerft stand, einem langen pr├╝fenden Blick. Alle f├╝nfzehn Minuten aktualisierte sich die Sensorendarstellung und offenbarte neue Details. Mit seinen knapp f├╝nfundvierzig Megatonnen stand die Morgan im r├Âtlichen Schein der zweiten Sonne inmitten des Alpha-Ceti-Doppelsternsystems. Sie war erst drei Jahre alt und bereits Teil der ersten offensiven Flotte. Vorliegenden Berichten zufolge konnte die Morgana trotz ihrer kleinen Gr├Â├če und ihrer geringen Dienstzeit bereits eine ├╝berragende Leistung nachweisen. Seit drei Monaten lag sie hier und war nach umfangreichen Reparaturen wieder einsatzbereit. Neben Erweiterungen und neuer Munition erhielt sie heute auch einen neuen Captain.
Der Indikator an den Kommunikationskontrollen begann zu blinken und meldete somit das Eintreffen eines Signals. Der Kopilot nahm das Gespr├Ąch an: ┬╗Hier T. Z. A. Morgana an Shuttle A-siebenunddrei├čig-null-vier von Terra Control, Sie haben Dockfreigabe an Schleuse drei. Drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit und n├Ąhern Sie sich dem Leitstrahl.┬ź
┬╗Siebenunddrei├čig-null-vier hat verstanden┬ź, best├Ątigte der Kopilot und beendete die Verbindung. Der junge Mann neben ihm, der das Steuer seit Stunden gewissenhaft im Auge behielt, erhielt ebenfalls ein Signal, welches er best├Ątigte und somit den Leitstrahl auf sein Display legte. Er wandte halb den Kopf, um Cooper anzusehen: ┬╗Sie sollten sich nun setzen, Admiral┬ź, schlug er seinem Passagier vor.
┬╗Nein, danke┬ź, war seine trockene Antwort. Cooper geh├Ârte nicht zu den M├Ąnnern, die viel sprachen. Die letzten Wochen hatte er sogar noch mehr geschwiegen als in den letzten Jahren. Der Pilot nahm den Wunsch des Admirals zur Kenntnis, reduzierte die Geschwindigkeit und schwenkte auf den vorgegebenen Kurs ein. Die abstehenden Man├Âvrierd├╝sen des Shuttles, das an jeder Seite zwei davon hatte, drehten sich so, dass das kleine Beiboot sanft aber bestimmt aus dem ballistischen Kurs in die vorgegebene Richtung einlenkte. Die vier zus├Ątzlichen Triebwerke auf Dach und Bauch drehten sich um hundertachtzig Grad und leiteten gleichzeitig die Schubumkehr ein. Trotz des inneren Tr├Ągheitskompensators zerrten die Fliehkr├Ąfte an den Passagieren. Cooper st├╝tzte sich an den Seitenw├Ąnden des Shuttles und hielt stand.

Das Shuttle dockte nur Minuten nach Erreichen des Leitstrahls an der vorgegebenen Schleuse an und glich sich Morganas Schwerefeld an, ehe es seine Schotts ├Âffnete. Mit freundlichen Worten entlie├č es seine drei Passagiere in ihr neues Zuhause.
Als Erster betrat Cooper sein Schiff, dicht gefolgt von seinem Flagg Lieutenant. Petty Officer Hunt hielt sich dezent im Hintergrund, die Ehrengarde in der Rampe war nicht f├╝r ihn bestimmt.
Die Crew der Morgana stand in Reih und Glied, wie man es perfekter nicht erwarten konnte. Ein Signal ert├Ânte und jeder ging in Habachtstellung. Cooper ging einen Schritt vor und suchte die Augen des Ersten Offiziers. Der war eine hochgewachsene Frau, wenigstens einen Kopf gr├Â├čer als Cooper, mit einem ungew├Âhnlich blassen Teint und in tadelloser Uniform. Als Coopers Augen sich mit ihren trafen, salutierte sie in einer fl├╝ssigen und professionellen Bewegung. Cooper erwiderte die Geste nicht minder zackig: ┬╗Bitte um Erlaubnis, an Bord zu kommen.┬ź
┬╗Erlaubnis erteilt, Sir. Willkommen an Bord!┬ź, war die Antwort mit schneidiger Stimme. Im Gesicht der jungen Frau fehlte jede Regung, als sie weiter