Sturmbeben (Flamme der Seelen Bd. 2)

Mit vier von sieben machtvollen Artefakten setzen Elyjas und seine Freunde ihre Reise fort. Obwohl die restlichen Artefakte im Norden Shaend├óras verborgen liegen, f├╝hrt der Erzmagier Albwin die Gef├Ąhrten in das s├╝dliche W├╝stenreich T├ólameth. Dort k├╝ndigen sich unheilvolle Vorzeichen durch die Machenschaften des selbsternannten Herrschers von Ajjad├╗r an. In den Weiten Usk├╗ndors schlagen die Gef├Ąhrten unterschiedliche Richtungen ein und stehen ├╝berraschenden Herausforderungen gegen├╝ber, w├Ąhrend ihre Seelen zunehmend mit eigenen Schatten konfrontiert werden. Um die Zukunft zu erhellen, m├╝ssen sie durch das Dunkel der Vergangenheit reisen. Und bald schon scheint eine grausige Wahrheit die Hoffnung der Freunde zu verdr├Ąngen. Wird ihre Kraft ausreichen, gegen die Schatten zu bestehen und ihre Mission zu erf├╝llen? Ein fantastisches Abenteuer geht weiter ...

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 188 | Genre Fantasy | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 14+

Taschenbuch

( 978-3-7412-9563-8 )

Kindle Edition

( )

Dieser Morgen war k├Ąlter als die vorangegangenen. Zu kalt f├╝r diese Jahreszeit. Der Sommer war l├Ąngst in die n├Ârdlichen L├Ąnder eingezogen, dennoch bibberte Andr├╗s unter den Schichten aus grober Wolle und Leder. Manches Mal glaubte er, diese K├Ąlte r├╝hre von etwas anderem her, das tief aus seinem Inneren heraufkroch. Er sp├╝rte die Eisn├Ągel, die ihn durchstachen, wie gestern und am Tag davor und auch schon fr├╝her. Seit sie Mulwaq hinter sich gelassen und die Nordbr├╝cke ├╝ber den Blauen Arm passiert hatten, sangen die Winde frostige Lieder. Doch ihre Stimmen blieben f├╝r Andr├╗s oftmals unverst├Ąndlich.
N├Ârdlich der Br├╝cke hatte Albwin sie von den zerkl├╝fteten Flanken der Dol Yarr├ín fortgelenkt und nach f├╝nf Tagesreisen ostw├Ąrts hatten sich die Wasser der beiden Quellfl├╝sse vereint. Seitdem floss der Silberlauf friedlich zu ihrer Rechten. Weitere f├╝nfzehn Tagesreisen nach Osten und sie k├Ąmen geradewegs zur Gr├╝nen Ehr, deren schimmernde Kronen zwischen den Ufern von Silberlauf und Frostquell gen Himmel wuchsen.
In der Laubburg LysÔÇÖNarval regierte Laubf├╝rst Laad zusammen mit seiner Gemahlin Crinelle, FaerghasÔÇś Zwillingsschwester. Vom Atem Avaarus umtrieben, waren Crinelle und einige der Ellyll├«m vor langer Zeit aus dem Alten Wald fortgezogen und dem Gesang Gandawyrs gefolgt. Anders als ihre Br├╝der und Schwestern in ShanÔÇÖDoreel, die dem Samen Daeroniels entkeimten, traten sie rastloser und ungest├╝mer auf. Ein Geist, der sich wie ihr Blut bald danach mit dem der Laubl├Ąufer vermischte, deren Antlitz mit den Jahrhunderten fast vollst├Ąndig von der Erde getilgt worden war, und die so alt waren, dass ihnen gegen├╝ber sogar die Ellyll├«m als Kinder galten. Wie Faerghas erkl├Ąrte, entsprachen sie mehr Geist als K├Ârper, anfangs zumindest, was in ihrer eigenen Zeitrechnung mehrere Jahrhunderte umfasste.
┬╗Ihren genauen Ursprung kennen heute nicht einmal wir, deren Blut sich mit ihrem vermischte┬ź, gestand der Elfenprinz. ┬╗Einige sind der Ansicht, in den LaÔÇśan habe sich die Essenz Gandawyrs konzentriert und sie bezeichnen sie schlicht als Wesenheit.┬ź
Elyjas verstand nicht recht, was er sich unter Wesenheiten vorzustellen hatte. Doch die welligen H├╝gel und nebelverhangenen T├Ąler Usk├╗ndors mit ihren Bachl├Ąufen und kleinen W├Ąldchen boten einen solch abwechslungsreichen Anblick, dass sie ihn rasch von seinen Gr├╝beleien ablenkten. Das Gras f├Ącherte bl├Ąulich und schloss sich hundert Schritte weiter zu gelbgr├╝nem Flor, aus dem bunte Wildblumen bl├╝hten. Dann wieder umstreiften sie purpurne Lavendelfelder. Das tr├╝be Tageslicht sponn ein Netz dunklerer Schatten dar├╝ber. Lichte Fichten- und Birkengruppen standen auf den H├╝gelk├Ąmmen, w├Ąhrend sich in den Senken orangebraunes Gras und tiefgr├╝ne Farne mischten. Eine milde Brise hauchte ├╝ber sie hinweg.
...
Am darauffolgenden Tag begegnete ihnen ein Fremder, den sie beinahe ├╝bersehen hatten, h├Ątte Faerghas seine Begleiter nicht auf ihn aufmerksam gemacht. Seine Hose bestand aus braunen Bl├Ąttern und dar├╝ber trug er ein durchschimmerndes Gewand in den Farben von Farn, Gras und Zweigen. Die Haut an Gesicht und H├Ąnden, die zart doch weniger anmutig als die der Ellyll├«m wirkten, war in lichten Braun- und Gr├╝nt├Ânen gefleckt und erinnerte an fr├╝hes Sonnenlicht, das durch eine Bl├Ątterkrone brach. Schilfgr├╝nes Wurzelhaar wallte lockig um seine Wangen.
┬╗ShaÔÇÖanaem, ar LaÔÇśan┬ź, gr├╝├čte Faerghas und legte dabei seine linke Hand flach an die Brust.
Der Fremde erwiderte und seine Stimme raschelte wie Herbstlaub im Wind. ┬╗Mein Name lautet Naal┬ź, wechselte er ins Tengiar, ┬╗seid auch ihr gegr├╝├čt.┬ź
Er war schlank aber weniger hochgewachsen als der Elfenprinz. Tats├Ąchlich ragte er knapp an ElyjasÔÇś K├Ârpergr├Â├če heran.
┬╗Was trieb Euch nach Norden, Wehender?┬ź, fragte EÔÇÖaven.
┬╗Der Atem Gandawyrs singt seinen Kindern allezeit, AlÔÇÖQauun.┬ź Er breitete die Arme in die Luft. ┬╗Ich h├Âre sein Rauschen, sein Knistern und Br├╝llen und treibe in seinem Sog, wie die Wehenden es seit Anbeginn getan haben. Er hat mir von Euch verk├╝ndet, Gesandte. Auch Ihr folgt Eurem Lied.┬ź
Andr├╗s verengte die Augen und fixierte Naal, sein Unterkiefer spannte. Albwin betrachtete Naal aus tr├╝ben Augen, um die herum sich die F├Ąltchen innerhalb der letzten Tage verdoppelt hatten. ┬╗Also habt Ihr kein festes Ziel┬ź, vermutete er, der nicht zum ersten Mal einem der Laubl├Ąufer gegen├╝berstand.
┬╗Meine Pfade sind fl├╝chtig wie eine Bl├╝te im Strom. Doch blies mich der Atem in die W├Ąrme Eurer Schneise und noch weiter nach Norden und Osten weht mich sein Fl├╝stern.┬ź
Albwins Blick schien einen Moment lang zu verschwimmen, als schweiften seine Gedanken in weite Ferne. ┬╗Innerhalb des Gro├čen Liedes singen die Stimmen Avaarus ihre eigenen Melodien, die uns vor├╝bergehend zu klangvollen Harmonien zusammenf├╝gen. Flink spielen die T├Âne der Wehenden und lange erhielt ich keine Sicht ins Herz von LysÔÇśNarval. So lasst uns eine Weile gemeinsam klingen.┬ź



Taschenbuch

( 978-3-7412-9563-8 )

Kindle Edition

( )