Tote Helden

Sie erwacht ohne Erinnerung. Niemand erkennt sie. Und niemand vermisst sie. Also sucht Ines Braun in den Berichten der Raumfahrtbehörde nach Vertrautem. Sie liest von Heldentaten, versucht, schreibend hinter die Ereignisse zu spüren. Was sie schließlich findet, weckt Zorn. Erzählt wird die Suche der Ines Braun in Form einer Collage. In eine Rahmengeschichte (die Suche) sind Geschichten verschiedener Art eingebettet, die mit der Suche mehr oder weniger direkt zu tun haben. Gegen Ende fließen Rahmen- und Binnenstorys zusammen.

Schlagworte zum Buch: Science-Fiction,Weltall,Erstkontakt

Aufrufe 144 | Genre Science Fiction | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 0+ | Website zum Buch Link

Taschenbuch

( 978-3732323593 )

„Hal?“
Inéz spürt förmlich Katjas Verblüffung.
„Hal ist in der Zentrale! … Oder nicht?“
„Nein.“
„Warte, ich komme sofort!“
Inéz hört einen Stuhl oder Hocker umfallen, Katja flucht. Inéz hat die Frau noch nie fluchen hören. Aber wenigstens ist sie noch da. Schlimmer wäre, Katja wäre plötzlich verschwunden statt Hal. Inéz weist sich zurecht: Auch wenn sie Hal nicht den Respekt entgegenbringen konnte, der ihm zustand – so etwas zu denken, war einer Ärztin unwürdig. Für Inéz’ Empfinden hätte Katja eher auf den Platz des Kommandanten gehört. Bei aller Erfahrung des berühmten Hal Engstörm – ein bisschen Wärme sollte ein Kommandant schon für seine Mannschaft übrig haben. Wenigstens in einer solchen Situation. Was würde ein Lächeln schon kosten?!
Wo Katja nur bleibt? Sicher ist sie bei Hals Kabine vorbei gegangen. Das ist ein kleiner Umweg. Dass sie nicht selbst darauf gekommen ist, erstmal dort nachzusehen! Obwohl es ungewöhnlich wäre, Hal hätte sich wenigstens abmelden sollen …
Der Pfeifton des Bordfunkes schreckt Inéz auf. Katja. „Ich bin in Hals Kabine. Er … er liegt auf dem Bett und rührt sich nicht. Ich meine, er reagiert nicht, sieht mich nur immerzu an. Ich … Es ist unheimlich. Bitte, komm schnell!“

Es ist mühsam für Katja, all den Asteroiden auszuweichen. Die komplizierten Manöver verlangen höchste Konzentration und sind in dieser vertrackten Wolke auf Dauer auch nicht mit dem Autopiloten zu meistern. Da ist es schon einfacher, den Schutzschild zu verstärken und kleine Brocken verglühen zu lassen. Größere werden vorher in „schildliche“ Stücke zertrümmert. Diese Manöver sind zwar – wenn auch nicht extrem, so doch spürbar – energieintensiver, doch man kann das Ganze dem Computer überlassen und mal für zwanzig oder dreißig Minuten in einen traumlosen Schlaf fallen. Oder länger, wenn Inéz ab und zu kontrolliert.
Inéz, die selbst kaum Ruhe findet. Da ist Pete, der inzwischen aus dem Koma in einen Zustand zwischen Dämmern und Bewusstlosigkeit „erwacht“ ist. Da ist Hal, der völlig apathisch in seiner Kabine sitzt und wenigstens gefüttert werden muss. Und da ist schließlich sie selbst, die – immer öfter – Aufputschmittel braucht und in letzter Zeit trotzdem mehrmals erschöpft zusammengebrochen ist.

Taschenbuch

( 978-3732323593 )