Vergiss nie das Morgenland - Teil 2 der Morgenland-Reihe

Vergiss nie das Morgenland - Frauenroman (Teil 2 der Morgenland-Reihe) WICHTIG: Teil 1 sollte zuerst gelesen werden! Kaum ihrem Ehemann Majid entkommen, dem sie in sein Heimatland Jordanien gefolgt war, wo er ihr eine Ehehölle ohne sondergleichen bescherte, lernt Bea auf der Flucht nach Deutschland Robert im Flugzeug kennen und verliebt sich auf Anhieb in ihn. Doch die Vergangenheit holt sie schnell wieder ein, denn Majid sieht Bea immer noch als sein Eigentum an, kommt heimlich nach Deutschland und versucht, sie wieder zurĂŒckzuholen. Bei einem dramatischen Autounfall verliert Bea ihr GedĂ€chtnis – und hat plötzlich ihre Vergangenheit vergessen und somit ihr komplettes bisheriges Leben verloren. Die Liebe zu Robert wird auf eine harte Probe gestellt und am Ende muss Bea sich direkt mehrere Fragen stellen: Wer bin ich wirklich? Warum bin ich so geworden, wie ich bin? Und vor allem: Bin ich ĂŒberhaupt fĂ€hig jemandem so zu vertrauen, dass ich ihn noch bedingungslos lieben kann? Folgen Sie der Protagonistin Bea auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn ihres Lebens in einer Achterbahnfahrt der GefĂŒhle voller Spannung, Selbstzweifel – und am Ende vielleicht sogar mit einem Happy End? Lassen Sie sich ĂŒberraschen! ** Frauenroman ** Zukunftsroman ** Wichtig! Dieser Roman enthĂ€lt explizite Gewalt- und Erotik-Szenen und ist daher nur fĂŒr Leser ab 18.

Schlagworte zum Buch: Liebesroman,Islam,Orient,Liebe,Drama,Missbrauch

Aufrufe 129 | Genre Drama | Sprache deutsch | Altersempfehlung 18+ | Website zum Buch Link

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Taschenbuch

( 978-1523779307 )

Das Erste, was ich erkennen kann, ist ein greller Lichtstrahl, der meine Augen zum Blinzeln bringt, es ist so hell, dass ich sie sofort wieder schließe. Ich spĂŒre etwas, das sich auf meiner Haut wie eine sanfte BerĂŒhrung anfĂŒhlt, beinahe federleicht. Meine Sinne sind irgendwie noch völlig ausgeschaltet, ich habe dafĂŒr keine ErklĂ€rung. Habe ich geschlafen? Wo bin ich ĂŒberhaupt? Ich wage erneut meine Augen zu öffnen, das grelle Licht ist immer noch da, aber meine Neugierde ist stĂ€rker, ich halte durch und gewöhne mich langsam an die schmerzende Helligkeit. Vorsichtig drehe ich meinen Kopf nach links und sehe in ein freundlich dreinblickendes Augenpaar, das zu einer Frau in mittlerem Alter gehört. Sie hat feuerrote, raspelkurze Haare und eine Krankenschwester-Kluft. Sie lĂ€chelt sanft und fasst meine Hand, die sie zu streicheln beginnt.
»Sie sind wach! Das ist schön, ich dachte schon ...«, unterbricht sie, scheinbar unsicher, ob sie den Satz beenden sollte. »Sie haben aber lange geschlafen, egal, jetzt sind Sie wach, nur das zÀhlt. Ich freue mich. Ich bin Schwester Kaya. Ich bin die Oberschwester hier auf der Station und werde Sie die nÀchsten Tage betreuen. Keine Angst, alles wird wieder gut. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, wir werden alles tun, damit Sie schnell wieder gesund werden«, sagt sie und schenkt mir ein LÀcheln, bevor sie meine Hand wieder loslÀsst und mir ein Glas Wasser reicht. »Trinken Sie einen Schluck, das wird Ihnen guttun, Bea.«
Bea, ja, jetzt erinnere ich mich, es ist mein Name. Aber was ist passiert, warum bin ich hier? Bin ich verletzt? Jetzt erst schaue ich an mir herunter, sehe, erfasse, dass meine Arme und HĂ€nde in einem dicken Verband stecken und auch der Rest meines Körpers wird von etwas bedeckt, das sich wie ein Verband anfĂŒhlt. Ich kann nicht alles sehen, auf meinem Rumpf liegt eine leichte, weiße Decke, nur meine Zehen lugen unter dem Deckenrand hervor.
Ich versuche mich leicht aufzurichten, die Krankenschwester fĂŒhrt das Glas an meine Lippen und ich nehme vorsichtig ein paar Schlucke. Das Wasser ist kalt, die Feuchtigkeit benetzt meine spröden Lippen, ich trinke und das Wasser schmeckt fĂŒr mich wie bester Champagner.
»Danke«, stammle ich leise. Mehr kann ich im Moment nicht sagen, meine Kehle fĂŒhlt sich trotz des wohltuenden Wassers noch wie zugeschnĂŒrt an. Langsam aber sicher fĂŒhle ich, wie die Lebensgeister meinen Körper beflĂŒgeln, dennoch, ich verspĂŒre Schmerzen und zermartere mir den Kopf, was mir zugestoßen sein könnte. Die Krankenschwester schĂŒttelt das zerwĂŒhlte Kopfkissen wieder in Form und schaut mich dabei nachdenklich an. Ihr Blick verrĂ€t mir, dass sie sich Sorgen um mich macht. Bin ich schwer verletzt? Was habe ich? Ich versuche mich zu erinnern, strenge mein Gehirn richtig an, aber außer meinen Namen kann ich nichts aus der alles verschleiernden Dunkelheit hervorkramen. Es ist, als ob meine innere Festplatte von jemandem resettet worden wĂ€re. Bea, und weiter? Wer bin ich? Warum bin ich hier?
»Darf ich einen Spiegel haben?«, frage ich stotternd. Meine Stimme ist noch nicht ganz da, ich bin sehr schwach, aber ich möchte sehen, ich möchte mich erinnern, ich will wissen, wer ich bin.
Sie lĂ€chelt schwach, macht ein paar Schritte zum angrenzenden Bad, öffnet die TĂŒr und geht hinein. Dann kommt sie auf mich zu, in der ausgestreckten Hand hĂ€lt sie einen silberfarbenen Handspiegel mit goldenen Verzierungen und ĂŒbergibt ihn mir zögernd.
»Sind Sie sicher? Es ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt«, erwidert sie.
Ich nicke. Entschlossen nehme ich den Spiegel und werfe ungeduldig einen Blick hinein, ich möchte endlich wissen, wie ich aussehe.
Es sind die großen blauen Augen, die ich als Erstes wahrnehme, sie sind von dunklen Augenringen umrahmt. Das Gesicht ist blass, wirkt zerbrechlich und fremd. Bin ich das? Die blonden, schulterlangen Haare sind glanzlos und strĂ€hnig. Beim nĂ€heren Betrachten entdecke ich auf meinem Hinterkopf ein großes Pflaster und an den SchlĂ€fen HautabschĂŒrfungen, die aber schon fast verheilt sind. Ich schaue in mein Gesicht, ich lasse mir Zeit, ich denke nach, aber ich kann mich, verdammt noch mal, an nichts erinnern. Ich erschrecke.
»Sie mĂŒssen sich jetzt ausruhen, Bea. Ich weiß, Sie möchten verstehen, aber ihre Gesundheit ist jetzt wichtiger. FĂŒr das andere haben Sie noch Zeit, viel Zeit. Schlafen Sie. Gönnen Sie ihrem Körper die nötige Ruhe. Sie werden sehen, nach und nach kommen die Erinnerungen zurĂŒck und Sie werden wieder gesund. Ich werde jetzt dem Stationsarzt Bescheid geben, dass Sie wieder aufgewacht sind und Sie versprechen mir, sich auszuruhen. Ich werde auch Ihre Eltern anrufen, sie werden ĂŒberglĂŒcklich sein zu erfahren, dass Sie bei Bewusstsein sind. Heute Abend oder morgen frĂŒh werden sie Sie besuchen kommen, da bin ich sicher. Aber jetzt mĂŒssen Sie schlafen, Schlaf ist die beste Medizin«, sagt sie zum Abschied, nachdem sie sich vergewissert hat, dass ich meine Augen wieder geschlossen habe und geht hinaus.

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( 978-1523779307 )