Walpurgisnacht - Das magische Mal

Ellie wartet sehnsüchtig darauf, dass sich das Mal zeigt, das sie zur richtigen Hexe macht. Denn sie darf nicht mit ihrer Mutter und Schwester zur geheimen Walpurgisfeier, stattdessen trifft sie sich mit ihrer Freundin Mia auf dem Maibaum-Fest. Eine Wahrsagerin warnt Ellie: Sie muss mehr Geduld zeigen. Außerdem ist Gefahr im Anmarsch! Hätte Ellie vielleicht doch nicht den Zauber anwenden sollen, der ihre magischen Fähigkeiten verbessert? Dann trifft sie auch noch unerwartet auf ihren Schwarm Till und gerät endgültig ins Schwitzen …

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»Hexen durften keine Macht bekommen. Die Menschen dachten, dass sich die Hexen in der Walpurgisnacht mit dem Teufel verbünden wollten.« Ellie stand neben dem Lehrerpult und deutete auf eine selbstgezeichnete Landkarte. »Besonders rund um den Blocksberg fanden solche Hexentreffen statt.« Sie lächelte.
»Haha, war Bibi Blocksberg auch dort?«, rief Max dazwischen.
»Blödmann«, murrte Ellie.
Alex zeigte auf. »Kannst du nochmals das Datum nennen, an dem diese Walpurgisnacht ist?«
»Natürlich. Sie findet in der Nacht auf den ersten Mai statt«, erklärte Ellie.
»Also gleich, wie das Maibaum-Aufstellen?«, stellte Mia fest.
»Du tust ja so, als ob man solche Hexentreffen immer noch feiern würde!« Max lachte lauthals los.
»Sei still, du Störenfried«, zischte Mia ihm zu.
Professor Ginster lächelte Ellie aufmunternd zu. »Bravo! Gut gemacht. Das war ein tolles Referat.«
Ellie war ganz schön stolz auf sich selbst, nahm das Plakat von der Tafel und setzte sich auf ihren Platz.
»Nur damit ihr es wisst: Auch in der heutigen Zeit gibt es viele solcher Hexentreffen rund um die Walpurgisnacht«, erklärte Frau Professor Ginster.
»Bei Ellies Mutter im Geschäft vielleicht?«, posaunte Max schon wieder heraus.
Es wurde unruhig im Klassenzimmer.
»Ja, in dem Kraut-Laden«, kommentierte Mike lauthals.
Ellie stöhnte auf. »Du Blödmann! Das ist ein Kräuter-Shop!«
»Sag ich doch!« Mike grinste sie an. »Deine Mutter preist ja immer an, dass jedes Kraut seine Wirkung entfaltet und so einen Quatsch …«
»Ruhe jetzt!«, schaltete sich nun Frau Professor Ginster ein. »Wie ihr wisst, sollen in unserem Dorf früher wirklich Hexen gewohnt haben. Zur Erinnerung an diese alte Zeit veranstaltet der Gemeinderat jährlich die Maibaum-Feier.«
Paul meldete sich zu Wort. »Aber dort sind keine echten Hexen, oder?«
Die halbe Klasse kicherte.
»Man weiß nie …«, antwortete die Lehrerin. Dabei zwinkerte sie Ellie zu.
Dann klingelte es zum Stundenende.

»Hey Ellie, kommst du morgen zur Maibaumfeier?«, fragte Mia ihre Freundin nach der Schule. Die beiden hatten denselben Heimweg.
»Ich weiß noch nicht genau …«, antwortete Ellie.
»Mensch, was hast du denn sonst vor? Es gibt doch nichts Interessantes in diesem Dorf! Oder weiß ich da was nicht?« Mia schmunzelte. »Hast du etwa ein Date?«
Ellie winkte ab. »Quatsch!«
»Wieso, ich dachte, du findest Till ganz gut?«
»Jaaa …«, meinte Ellie zögerlich. »Bisher hat er mich aber nicht so richtig wahrgenommen.«
»Wo ist das Problem? Wir leben nicht mehr zur Zeit der Hexenverfolgung. Frag ihn doch einfach!« Mia zeigte Ellie frech die Zunge.
»Wenn das so leicht wäre«, murmelte Ellie und ließ mutlos den Kopf hängen.
»Du bist mir eine!« Mia stupste ihre Freundin an. »So ein schlaues Köpfchen und dann denkst du, du hast bei Till keine Chancen?«
»Jungs mögen meist keine Mädchen, die clever sind«, erwiderte Ellie.
Mia war da anderer Meinung. »Till aber bestimmt. Er ist doch im Schachclub.«
»Das muss ja nichts heißen …«
»Außerdem habe ich mal gehört, wie er gesagt hat, dass er Marie Curie toll findet.«
»Die Nobelpreisträgerin?«
»Ja. Also wäre das Argument mit dem Schlausein mal erledigt.« Mia grinste breit. »Du musst dich nur trauen. Wäre doch toll, wenn ihr gemeinsam zum Schulfest nächste Woche kommen würdet.«
Die Frühlingsfeier hatte Ellie beinahe vergessen. Jedes Mädchen hoffte auf eine Einladung von einem Jungen, bloß Ellie nicht. Sie fand es albern, darum bangen zu müssen, dass man von einem Kerl eingeladen wurde. Natürlich, wenn Till sie gefragt hätte, wäre das etwas anderes gewesen. Hatte er aber nicht.
»Ich weiß nicht, ob ich da hingehe«, wich sie aus.
»Was? Da passiert in der langweiligen Schule einmal was, und du stellst infrage, ob du kommst? Jetzt spinnst du aber total!«
»Du hast leicht reden, du gehst ja mit Tom hin …«, murmelte Ellie.
»Ja, und weißt du warum? Weil ich ihn gefragt habe!« Mia blickte stolz. »Neues Jahrtausend und so …«
»Schon kapiert. Ich werde es mir überlegen.«
»Und sonst kommst du eben alleine, ist doch nichts dabei.«
»Vielleicht …« Zeitgleich schwor sich Ellie aber, dass sie auf gar keinen Fall alleine bei der Frühlingsfeier auftauchen würde. Das wäre die Blamage schlechthin. Sie hatte für so eine Aktion viel zu wenig Selbstbewusstsein.
»Also gut, bis morgen, hoffe ich! Wir können ja gemeinsam zur Wahrsagerin gehen, die auch bei der Maibaumfeier sein wird!« Mia strahlte.
Ellie runzelte die Stirn. »Ich weiß nicht so recht …«
»Ach komm, du wirkst heute wirklich etwas spießig. Dabei bist du doch sonst so taff!«
Ellie wollte ihre Freundin nicht enttäuschen und sagte deshalb zu. Sie hoffte, dass die Wahrsagerin nicht allzu viel über Ellie verraten würde. Zugleich kam ihr der Gedanke, dass sie vielleicht endlich die lang ersehnte Auskunft erhalten würde.

Zuhause traf sie auf ihre Mutter und ihre ältere Schwester Laura, die gemeinsam in der Küche standen. Es roch nach Wald und Wiese.
»Hi Schwesterchen. Na, wie lief es in der Schule?«
»Wie immer«, kam die Standardantwort von Ellie.
»Hast du Hunger?«, wollte ihre Mutt