Bergmann ermittelt...

Kapitel 3

Sie begannen sofort damit, die Liste abzutelefonieren. Jeder Spieler, der am Leben war, wurde von der Liste gestrichen. Zum Schluss bleiben noch ein paar ĂŒbrig, die nicht erreichbar gewesen waren.

Nina kam ins BĂŒro und ĂŒberreichte den beiden Herren eine Liste mit den vermissten Personen die zu dem Opfer passten. Es waren drei an der Zahl. Ein gewisser Hans Neumayer stand ganz oben.
Und er war auch einer der Fußballspieler. "Na, da schau einer her", murmelte Jan. Sie verglichen das Bild der nationalen FĂŒhrerscheindatei mit dem der Leiche, das am Tatort gemacht wurde. "Bingo!" Bergmann war sichtlich erleichtert, dass im Fall endlich etwas voran zu gehen schien. "So Herr Kollege. Jetzt, da wir die IdentitĂ€t ja quasi haben. Was schlĂ€gst Du vor?" "Wir fahren zu ihm nach Hause und durchsuchen die Wohnung. Vielleicht finden wir einen Hinweis." "Schon nicht schlecht fĂŒr den Anfang", nickte Bergmann. "Vielleicht sollten wir vorher aber klĂ€ren, ob der Herr Verwandschaft hatte bzw. ob er alleine gelebt hat. Kommt sonst nicht so gut." "Dann hĂ€tten wir auch schon die ersten VerdĂ€chtigen, wenn man bedenkt, dass die meisten Mörder aus dem persönlichen Umfeld des Opfers stammen." "Sehr richtig Herr Kollege! Ich seh schon, da gibt es durchaus noch Hoffnung." Sie beauftragten Nina, alles, ĂŒber Hans Neumayer herauszufinden und organisierten in der Zwischenzeit einen Durchsuchungsbefehl fĂŒr dessen Wohnung. "Du Thomas, es könnte doch ein anderer Spieler oder sonst wer aus dem Verein sein. Sollten wir da nicht mal forschen?" "Das ist eine sehr gute Idee, Jan!" Bergmann kratzt sich am Kopf. Nina kam in diesem Moment zur TĂŒr herein und fragt entsetzt: "Ja war es denn nun wirklich Mord?" "Das könnte Veronika in der Zwischenzeit heraus gefunden haben. So lange kann sie ja nicht fĂŒr die Autopsie brauchen. Vielleicht hat sie auch noch Spuren an der Leiche gefunden, die uns weiterhelfen. Jan griff zum Hörer um in der Leichenfledderei anzurufen. Es lĂ€utete ein paar Mal, bis abgenommen wurde. "Gerichtsmedizin." Veronika klang gestrest und als wĂŒrde sie sehr weit von Telefon entfernt stehen. "hie ist Jan." "Wer ist Jan?" Jan blickte erstaunt. Gerade eben hatten sie sich doch noch am Tatort gesehen. Diese Frau schien wirklich ein GedĂ€chtnis wie ein Sieb zu haben. "Veronika, jetzt stell dich nicht so an. Mein neuer Partner ist das", mischte sich Bergmann ein. "Du hast ihn doch schon kennen gelernt." "Ach, der junge Polizist vom Tatort. Gut, dann klĂ€re ich die Herren einmal auf." Sie machte eine dramatische Pause und fuhr fort. "Ich habe keinerlei Verletzungen an der Leiche gefunden." Sie rĂ€usperte sich. "Aber... der Herr hatte ein Gift im Körper." "Die meisten Giftmörder sind Frauen", murmelte Jan. "Das wĂŒrde dann auch zu dem blonden Haar passen, das wir am Tatort gefunden haben", fĂŒgte Bergmann aufgeregt hinzu. „Es gibt noch etwas“, sagte Veronika und sprach weiter: „Die Haaranalyse ergab, dass die Person starke Opioide konsumiert hat, genauer gesagt Heroin.“ „Interessant, wir jagen also ein Heroin-Junkie.“ "Vielleicht war es ja ein Mord im Drogenmileu", vermutete Jan und packte das Telefon fester. "Na, das wĂ€re ja zu einfach", bremste ihn Veronika aus. Die beiden Herren erkundigten sich nach weiteren AuffĂ€lligkeiten und Veronika hatte tatsĂ€chlich noch etwas ganz Erstaunliches und Außergewöhnliches zu berichten. "Im Magen fand ich noch zwei Reißzwecken - die allerdings entgegengesetzt zusammengeklebt waren, dass die Spitzen jeweils die Unterseite der Platte der anderen berĂŒhrten. Etwas war aber abgegangen..." Nina und die beiden Kollegen sahen sich total verwundert an. Sowas hatten sie ja noch nie gehört! "Sah wie eine dritte Reißzwecke aus, die sich losgelöst hat", fuhr Veronika fort. "Sich vielleicht loslösen sollte ..." Bergmann zog die Stirn kraus und fragte: "...loslösen sollte? Wie meinst Du das Vroni?" Man hĂ€tte nach seiner Frage eine Stecknadel fallen hören können. "Jedenfalls haben wir die Dritte gefunden und ein Minitransportschiff darin entdeckt" teilte Veronika der nun wortlosen Truppe am anderen Ende der Leitung mit. "Ein Minitransportschiff?", hackte Bergmann nach. "Du meinst wie bei der Reise ins Ich? Dieser Film, wo so ein Typ verkleinert wird und in einem anderen Typ landet?" "So Ă€hnlich. Es handelt sich um eine Kapsel fĂŒr Nano-Roboter aus der Medizintechnik. Mensch Leute, auch ich habe das zum ersten Mal auf meinem Tisch" meinte Veronika leicht ungehalten. "Und was macht dieses Ding?" "Es hat vermutlich einen Stoff in den Körper transportiert. Welchen, kann ich leider noch nicht sagen. Das dauert. Ist ja nicht so alltĂ€glich. Noch dazu illegal." "Aber so etwas muss doch ein Schweinegeld kosten", mischte sich Jan ein. "Das ist doch Hightech." "Und, man bekommt es nicht an jeder Straßenecke", brummte Bergmann zustimmend. "Das ist nun wiederum euer Job meine Herrn", waren Veronikas letzten Worte, ehe sie wie gewohnt ohne Verabschiedung einhĂ€ngte. "Und jetzt?", fragte Nina und sah sich ratlos um. "Du checkst den Hintergunde des Opfers", antwortete Bergmann. "Familie, Freunde, Arbeit. Alles." Nina ging sogleich in ihr BĂŒro und ließ ihre Finger ĂŒber die Tastatur eilen. "Dann fahren wir mal zu Hans Neumayer nach Hause und schauen, was uns da erwartet."