Bergmann ermittelt...

Kapitel 4

Neumayer lebte in einer gro├čen, modernen Villa direkt am See. Die Beamten fuhren die Kieseinfahrt zum Geb├Ąude hoch und parkten den BMW in der N├Ąhe der Stufen zur Haust├╝r. Bergmann stieg aus. Schaute ├╝bers Autodach seinen Kollegen an und sagte: "Ich bin der b├Âse Bulle, falls andere Personen im Haus sind. Lass uns aber vorsichtshalber erst klingeln. Wenn niemand aufmacht, gehen wir so rein!" Sein Kollege nickte nur und sie stiegen die Treppen hoch und Klingelten. Niemand ├Âffnete, woraufhin Bergmann es ein zweites Mal versuchte. Als das auch nichts brachte nickte er nur kurz und sie gingen rein. Nun ja, Jan zog seine Waffe, schoss die T├╝r auf und entschuldigte sich daraufhin mit einem Schulterzucken bei Bergmann. Der verdrehte die Augen und folgte ihm in das Entre des Hauses. Und das was sie im Haus vorfanden war nichts f├╝r schwache Nerven. Vor ihnen lag eine weiblich Leiche, die ├╝ber und ├╝ber mit Blut verschmiert war. " so viel Blut! " Jan wurde bleich. Bergmann sah sich der weilen routiniert im Eingangsbereich um. Doch Bergmann entdeckte nichts diese Riesen Villa war abgesehen von der Leiche komplett leer. "Bergmann? Irgendwas ist hier total komisch. Erst die Sache mit dem Nano-Roboter, den Rei├čzwecken im Magen, die Damenarmbanduhr an Neumyers Leiche und jetzt das hier in einer sonst leeren Villa." " nun ja merkw├╝rdig auf jeden Fall, aber ich gehe davon aus dass das ganze hier noch merkw├╝rdiger wird! ", sagte Bergmann Stirnrunzelnt. Bergmann rief Veronika an, um sie zum Leichenfundort zu beordern. Nachdem die beiden Beamten hier nicht mehr viel tun konnten, fuhren sie zur├╝ck ins B├╝ro. Im B├╝ro sa├č Bergmann gedankenverloren an seinem Schreibtisch und tippte auf seiner Tastatur herum. Jansa es und fragte: "Was meintest Du vorhin eigentlich mit Deiner Bemerkung, dass Du davon ausgehst, dass es noch merkw├╝rdiger wird?" Bergmann drehte seinen Computer Bildschirm zu seinem Kollegen und zeigte auf den Satz den er anscheinend gedankenverloren getippt hat . Jan nickte stand auf und ging mit Bergmann vor das Geb├Ąude. Und dann begann er zu erz├Ąhlen. F├╝r Jan h├Ârte sich das alles so an als w├Ąre es aus einem Kriminalroman entsprungen. Er sagte: " bist du sicher dass wir abgeh├Ârt werden?!? Denn sowas k├Ânnen sich eigentlich nur Autoren ausdenken. " Bergmann zog eine Augenbraue hoch. "Jan - das ist kein Spiel! Ich meine es ernst! Wahrscheinlich werden wir selbst hier beobachtet." Jan sch├╝ttelt resigniert den Kopf und zeigte stumm auf das Caf├ę gegen├╝ber. " schau mal kurz dorthin! Dann wei├čt du wie ich das meinte! " Jan sah Bergmann ungl├Ąubig an. "Wer ist hier der Bulle? Das ist nicht Dein ernst Bergmann?" " Bergmann, jetzt schau richtig hin du hattest recht wir werden beobachtet aber nicht von irgendwem sondern Von John Harper dem Autor ." Bergmann sah vorsichtig ├╝ber die Schulter, hustete und versuchte unauff├Ąllig hin├╝ber zu blicken. "Du hast recht! Ich habe zwar noch nie was von ihm gelesen, aber schon von ihm geh├Ârt. Er ist Autor von Kriminalromanen, oder?" Bergmann versuchte sich zu erinnern wie das damals war. Der Fall, der ihm fast seine Karriere zerst├Ârt hatte. Er wurde aus einem der B├╝cher von Harper abgekupfert. Er drehte sich zu Jan und erz├Ąhlte ihm davon. "Wow Thomas", meinte Jan, nachdem er die ganze Geschichte geh├Ârt hatte. "Dann bist du ja irgendwie ber├╝hmt, oder?" "Naja nicht wirklich, er verfolgte uns nur schon damals. Deswegen wurde er auch zur Mitte der Ermittlung tatverd├Ąchtig!" Er wollte weitersprechen, doch da klingelte sein Smartphone. Bergmann langte in seine Hosentasche und fingerte umst├Ąndlich sein Telefon heraus. W├Ąhrend er seinen Kopf schon zu seinem Handy neigte, drehte sich Bergmann Richtung Caf├ę. "Ja", brummte er. "Ich habe da was f├╝r dich!", schleuderte sein Anrufer ihm ohne Begr├╝├čung entgegen. Bergmann wollte zu einer Erwiderung ansetzen. Da stach ihn unerwartet etwas in den Nacken und er fuhr zusammen. Bermann sp├╝rte, wie ihm das Handy aus den Fingern glitt, wie seine Beine ihren Dienst versagten. "Zum Teufel, was ist...", konnte er noch stammeln. Jans h├Ąmisches Grinsen bemerkte er nicht mehr. Zur gleichen Zeit sah Harper auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite wie Bergmann zusammenbrach! Er klappte sein Buch zu und hob die Hand, um der Bedienung signalisieren zu k├Ânnen, dass er gerne zahlen wolle. Harpers Blick blieb am ├╝bergro├čen Haarknoten der Kellnerin h├Ąngen. Mit einer gleichm├╝tigen Handbewegung legte sie Wechselgeld und einen winzigen Zettel auf den Tisch. Auf dem kleinen Zettel stand etwas es war nicht die Rechnung! Es stand darauf: 'ERLEDIGT!' Harper l├Ąchelte, erhob sich und fragte sich, wie die junge Frau es schaffte diese Unmenge an blondem Haar auf diese Weise zu befestigen. Harper lief in Richtung Polizeirevier. Er wollte melden, dass Bergmann auf der Stra├če zusammengebrochen sei. Er betrat mit schnellen Schritten die wache, legte eine aufgeregt Erscheinung an den Tag und informierte die Beamtin am Schalter. Diese bedachte den Schreiberling mit absch├Ątzigen Blicken:"Herr...es wurde schon vor exakt", sie sah auf ihr Handy, "drei Minuten ein Streifenwagen zum Unfallort geschickt!" " wieso schicken Sie ein Streifenwagen direkt vor ihrer T├╝r? Das macht doch gar keinen Sinn! " Die Beamtin schien v├Âllig verwundert. "Weshalb denn vor unserer T├╝r? Unser Kollege Herr Kerschm├╝ller wurde doch am Bahnhof gefunden." "Ja, von diesem Kollegen sprach ich aber nicht. Ich sprach von dem Kollegen Bergmann!", sagte er nachdem er genervt die Augen verdreht hatte. Mit einem Schrecken fuhr Nina hoch und eilte nach drau├čen, um Bergmann zu Hilfe zu kommen. Doch im Hof stand nur Jan, der sich gerade eine Zigarette drehte. "Was ist mit Bergmann?", japste Nina. "Och, kleiner Schw├Ącheanfall, geht wieder, sagt er", meinte Jan und deutete in Richtung Caf├ę. "Kennst ihn eh, den Starrkopf, keinen Doktor wollte er", erkl├Ąrte er weiter. Nina schaute ungl├Ąubig und ging wieder zur├╝ck in die Wache. Belustigt beobachtete Jan wie Bergmann in das Caf├ę gest├╝rmt war. Wie eine Bulldogge, dachte der Kollege und schlenderte zum Caf├ę, die Zigarette l├Ąssig zwischen seine Lippen geklemmt. Dort angekommen blieb er jedoch wie angewurzelt stehen. Die Kippe flog im aus dem Mund. Er bemerkte es nicht einmal, denn eine unglaublich Szene spielte sich bereits vor Jans Augen ab. Bergmann hatte den Nacken der Kellnerin unter seine Achsel geklemmt, ihr Dutt hatte sich gel├Âst, das blonde Haar hing weit ├╝ber Bergmanns Oberschenkel. Der Polizist versuchte ihre Faust zu ├Âffnen. Bei diesem Kampf lie├č die Kellnerin ein paar Rei├čzwecken fallen, sowie eine Spritze, die auf dem Boden zerbrach. Eine rote Fl├╝ssigkeit verteilte sich nun auf dem Boden. "Was stehst da und glotzt bl├Âde, leg ihr doch endlich Handschellen an, Herr Kollege!", keifte Bergmann. Jan klappte seine Kinnlade hoch und setzte sich endlich in Bewegung. Vor Aufregung verhedderte er sich fast in den Handschellen. "Sag blo├č, dass hast Du auch noch nie gemacht", bemerkte Bergmann spitz. Seufzend riss er seinem Kollegen die Handschellen aus der Hand und legte sie der Kellnerin an. "Ich hab nichts gemacht, ich schw├Âre!", schluchzte diese. Tr├Ąnen rollten ├╝ber ihre Wangen. "├ähm, ich nehme an, Du wei├čt was Du tust?", hakte Jan nach. "Das haben schon viele behauptet, nichts gemacht zu haben", erwiderte Bergmann. "Und du ruf Veronika an, sie soll sich die rote Fl├╝ssigkeit ansehen!" 'Diese d├Ąmliche Kerl!', dachte sich Jan.