Bergmann ermittelt...

Kapitel 1

Die Vögel zwitscherten, aus dem Boden schossen die ersten FrĂŒhlingsboten und die Ermittlergruppe stand auf einer Waldlichtung zur Vorbesprechung des Leichenfunds. "MĂ€nnliche Leiche, zwischen 20 und 25 Jahren", begann der junge Polizist. Bergmann stand ein wenig abseits und betrachtete die Leiche aus einiger Entfernung. Er hatte etwas bemerkt, was da so nicht hingehörte. örte. Etwas funkelte an der Leiche. Ein Armband, das eigentlich eine Frau getragen hĂ€tte. "Was ist das?", fragte er und beugte sich ĂŒber die Leiche.

Bergmann war ein etwas mĂŒrrischer Zeitgenosse. Er hatte es nicht so mit Menschen. Zumindest nicht mit Lebenden. Noch dazu wenn er sie nicht kannte.
"Ein Armband?", fragte der junge Polizist und sah Bergmann an, als zweifelte er selbst an seiner Antwort. "Hat die SpuSi schon alle Erkenntnisse aufgesammelt? schnauzte er den jungen Polizisten an." "Ich ...", stammelte der Polizist. "Keine Ahnung." "Wer sind sie ĂŒberhaupt?" fragte er den jungen Polizisten. "Haben Sie ihr Abitur auf der Abendschule gemacht, oder was?" "Das ... ist mein erster Fall ... ehmm Mord. Also nicht ich ... die Leiche, meinte ich",stammelte er und sch aute auf den Boden zu seinen FĂŒĂŸen. "Na klasse", sagte Bergmann. "Eine Jungfrau..." "Also gut, Junge. Du holst mir einen Kaffee und schickst mir Verena Becker her. Klar?" "Die KnochensĂ€gerin?", stammelte der Junge und erbleichte zusehends. "NatĂŒrlich. Wer sonst soll die Leiche autopsieren?" Der junge Polizist machte sich auf den Weg, schließlich wollte er dem etwas ruppigen Kommissar nicht gleich an seinem ersten Tag auf die Nerven gehen.

Bergmann hatte bei der Sippe seinen Ruf weg. Niemand arbeitete gerne mit ihm, was wahrscheinlich an seinem Verhalten lag. Er nahm nie ein Blatt vor dem Mund.
In der Zwischenzeit stellte Bergmann fest, dass der Leichnam keine Ă€ußerlichen Gewaltzeichen aufwies. Die Autopsie wĂŒrde hoffentlich Licht ins Dunkel bringen.

"Was haben wir denn hier?", erklang eine Stunde spÀter eine wohlbekannte Stimme. "Hallo Vera." "Ich habe dir doch gesagt, dass ich es hasse, wenn du mich so nennst, Blödmann."
„Du kennst mich doch.“ Verena Becker war eine junge dunkelhĂ€utige Schönheit, die mit ihren Reizen nicht geizte. Der junge Polizist, der sie zu Bergmann gebracht hatte, errötete förmlich. "Also?", fuhr sie fort und sah Bergmann auffordernd an. "Die Spurensicherung war noch nicht da, aber mir ist da dieses Armband aufgefallen." "Wissen wir denn schon was passiert ist oder habe wir bisher nur die Leiche und das Armband?", erkundigte sich das FrĂ€ulein Becker beim Kommissar. Bergmann hĂ€ndigte ihr erst mal das Armband aus. Doch bevor sie das Asservat entgegennahm, stĂŒlpte sich Becker Einweghandschuhe ĂŒber ihre HĂ€nde, um keine FingerabdrĂŒcke zu hinterlassen. "Etwas an dem Armand kommt mir bekannt vor", murmelte sie. "Es sieht fast so aus wie beim Diamant-Killer." „Meinst du den französischen Killer Arthur Leroy, der vor zwei Jahren gefasst wurde?“, ĂŒberlegte Bergmann. "Genau der. Nur, dass er Frauen getötet hat." Aber diese Leiche hier ist keine Frau." „Man darf sich nicht immer aufs Äußere verlassen“, sagte Bergmann. „Der Ă€ußere Schein kann manchmal trĂŒgen. Nach der Autopsie wissen wir mehr.“ Becker blickte ihn fragend an. "Schön, dann lass die Leiche einpacken und wir treffen uns in der gerichtsmedizin." Bergmann nickte und raunte: "Und dass mir hier im Umkreis von 50 Metern auch alles abgesucht wird, was uns einen Hinweis geben könnte!"

Die Kollegen der Spurensicherung kamen in ihren weisen Overalls und suchten jeden Zentimeter ab. Bergmann beobachtete, wie sie hin und wieder kleine Schildchen aufstellten, um einen Hinweis zu markieren.
Bergmann teilte seiner Truppe mit, dass er sie alle um 10:30 Uhr in ihrem Meetingraum zur Besprechung wĂŒnschte, stieg in seinen schwarzen X3 und fuhr schon mal ins BĂŒro.